Full text: Die Theerfarben-Fabriken der Herren Meister, Lucius & Brüning zu Höchst a. Main, in sanitärer und socialer Beziehung

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Reduction mit Eisen und Salzsäure in die Amidoverbindung — Anilin und 
Toluidin — übergeführt, in kleiner Menge direct zur Fuchsinschmelze verwandt. 
Die hierbei auftretenden Abwässer sind Kühlwässer, die zum Theil direct ab- 
fliessen, zum Theil das Badehaus speisen. 
Die Fuchsin-Fabrikation basirt auf der Erhitzung von Anilin und 
Nitrobenzol bei Gegenwart von Eisen und Salzsäure. Die erhaltene Fuchsin 
schmelze wird mit Wasser ausgekocht; aus der Lösung krystallisirt das Fuchsin 
in den bekannten Krystallen. Der Mutterlauge werden noch gelbe und braune 
Farbstoffe (Cerise, Grenadin, Marron) entzogen, ehe sie als kaum gefärbte, 
kochsalzhaltige Flüssigkeit abläuft. , 
Das Fuchsin mit Anilinöl erhitzt liefert die spritlöslichen Anilinblaus, 
welche in Sulfosäuren übergeführt die wasserlösliche Form annehmen. 
Anilin mit Holzgeist erhitzt geht in Methylanilin über, welch letzteres 
durch Oxydation mit chlorsaurem Kali und Kupfervitriol das Methylviolett bildet, 
aus welchem durch Anlagerung von Chlorihethyl das Methylgrün abgeleitet wird. 
Das Resorcin entsteht aus dem disulfobenzolsauren Natron durch Schmel 
zen mit Natron und erzeugt, mit Phtalsäure verbunden, das Fluorescein, wel 
ches durch Aufnahme von Brom in Eos in übergeht. 
Das Naphtol (entstanden durch Schmelzen der Naphtalinsulfosäure mit 
Aetznatron) verbindet sich, in seine Sulfosäure übergeführt, mit den Diazo-Yerbin- 
dungen der Benzole, des Naphtalins und der Phenoläther zu gelben, rothen und 
braunen Farbstoffen, welche sich durch grosse Aechtheit auszeichnen. Obwohl 
erst seit 1878 technisch dargestellt, haben sie schon eine weitgehende Verwen 
dung gefunden. 
Die Alizarin-Fabrikation beschäftigt sich mit der Reinigung des An- 
thracens durch Umkrystallisiren aus Naphta und verwandelt das Anthracen durch 
Oxydation mit saurem chromsaurem Kali und Schwefelsäure in Anthrachinon. 
Die hierbei erhaltene Chromoxydlösung wird mit überschüssigem Kalk gefällt; 
die abfiltrirte Mischung von Chromoxyd und Kalk oxydirt sich im Flammofen er 
hitzt zu chromsaurem Kalk, dessen Chromsäure wieder in der Oxydation ver 
wendet wird. Die Abwässer aus der Chromsäureregeneration enthalten das Kali 
des verwendeten sauren cliromsauren Kalis als schwefelsaures Salz. Aus dem 
Anthrachinon erzeugt man die Sulfosäuren, welche durch Schmelzen mit Natron 
in Alizarin übergehen. Das Alizarin wird aus der in Wasser gelösten Natron 
schmelze durch Schwefelsäure oder Salzsäure gefällt, abfiltrirt und als Teig von 
10—20 pCt. Gehalt an Farbstoff in den Handel gebracht. 
Was den Export und Lnport des Geschäfts anbelangt, so giebt uns hierüber 
der Jahresbericht der Handelskammer zu Wiesbaden pro 1878 Aufschluss. Nach 
diesem l>etriig der Consuni pro 1878 an 
Kohlen . . . 
Anthracen . . 
Naphta ( 
Benzol / ’ ' 
Chrom-Kali . . 
Caustischor Soda 
17,000,000 kg 
825,000 - 
950,000 - 
280,000 - 
1,245 000 - 
Schwefelsäure . . 2,250.000 kg 
Salzsäure . . . 4,050,000 - 
Salpetersäure . . 825,000 - 
Spiritus .... 91,500 - 
DiverseChemikalien 3,560,000 -
	        
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