Object: David Ricardo und die Grenzwerttheorie

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gorie in die andere übergehen; nämlich mit der 
Steigerung des Wohlstandes innerhalb einer Gesellschaft 
werden gewisse Kulturbedürfnisse zu Gemeingütern und 
Existenzbedürfnissen der Gemeinschaft und bilden da 
durch das Unterpfand und die Existenzbedingung einer 
bestimmten Kulturstufe. 
Die Summe der gewöhnlich periodisch wieder 
kehrenden Bedürfnisse nach bestimmten Güterarten, 
die in ihrer Gesamtheit das wirtschaftliche Motiv (Be 
dürfnisse) und Objekt (die Gewinnung der Güter) von 
Individuum und Gesellschaft (z. B. Staat) bilden, macht 
den wirtschaftlichen Bedarf aus. Der Bedarf ist somit 
die Einheit von vielen Bedürfnissen oder ein durch 
seine Allgemeinheit oder seine Periodizität und darum 
Prävention in der Versorgung gesellschaftlich objek 
tiviertes und an eine bestimmte Güterart angeknüpftes 
Bedürfnis. Der Bedarf ist die psychische Triebfeder, 
und seine Befriedigung ist das Ziel der wirtschaftlichen 
Tätigkeit; er ist zugleich der Spiegel des Kulturgrades 
und der Kulturart eines Landes oder einer Gesellschaft 
innerhalb des Volkes (z. B. Frugalität oder Luxus bei 
einer bestimmten Vermögens- und Einkommensverteilung) 
„Der Bedarf ist ja die oberste Triebfeder aller Volks 
wirtschaft, das Gewicht im Uhrwerk des Produktions 
und Absatzprozesses, die Kraft, welche den stofflichen 
Nachschub der Volkswirtschaft für Zwecke der materi 
ellen Erneuei’ung des sozialen Körpers und aller seiner 
Anstalten und Elemente bewirkt.“ 1 ) 
Die Bedürfnisse sind gegenwärtig oder zukünftig; 
die ersten werden empfunden, die zweiten — vor 
empfunden , antizipiert. Der Inbegriff der vorempfun 
denen Bedürfnisse bildet die wirtschaftliche Vorsorge; 
sie ist ein antizipierter Bedarf. 
• ') A. Schaffte, Die Quintessenz des Sozialismus, 1879, S. 22.
	        
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