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DIE PLAKATSÄULE
aufgestellt und nahmen von hier aus die Verbreitung durch
die ganze Welt. In einzelnen Städten, insbesondere auch in
Wien (s. Abb.. 62), hatten sie ursprünglich die Form von
Kiosken und wurden als Verkaufsräume für Zigarren, Ziga-
retten, Obst, Blumen u. dgl. benützt. Bald jedoch kam man
von der Kioskform ab und es wurde überall die Säulenform
eingeführt. Der ca. I bis ıl/, m im Durchmesser betragende
Hohlraum der Säulen muß in der Regel den Stadtgemeinden
zur Unterbringung von Straßenreinigungsgeräten zur Ver-
\bb. 61. Berlins erste Litfaßsäule, 1888
‘Märkisches Museum, s. ‚‚,Seidl’s Reklame”, 1925.
fügung gestellt werden (s. Abb. 63). In den letzten Jahren
verwendet man vielfach auch von innen beleuchtete Litfaß-
säulen mit Transparentplakaten.
Die Litfaßsäulen gaben den Anlaß, auch andere Objekte
als Träger von Reklamen zu verwenden. Hierzu werden in
erster Linie Straßenlaternen (s. Abb. 64), Straßenbahnmaste
sowie die Maste von Straßenbahn-Haltestelletafeln in der Art
verwendet, daß Blechplakate, vielfach sogar von innen be-
leuchtete Transparent-Reklametafeln an ihnen angebracht