fullscreen: Die Kaufkraft des Geldes

Einwirkung der Geldquantität und anderer Faktoren auf die Kaufkraft usw. 147 
den Lehrsatz, daß eine Zunahme im Handel (in den Q) die Tendenz hat, 
das Preisniveau zu drücken, nicht mit dem Satze verwechseln, daß eine Zu 
nahme im Angebot darauf gerichtet ist, einen individuellen Preis zu drücken. 
Der Handel (die Q) ist kein Angebot, denn er hat tatsächlich ebensowenig 
damit zu tun wie mit der Nachfrage. Die Q sind vielmehr die letzten Endes 
von den Produzenten verkauften und von den Abnehmern gekauften 
Quantitäten. 
Es soll hier ein Paradoxon aufgestellt werden, das dazu dienen soll, 
den Unterschied zwischen der Bestimmung individueller Preise in Beziehung 
zueinander und der Bestimmung des allgemeinen Preisniveaus klar und 
deutlich darzulegen. Das Paradoxon besteht darin, daß, wenn auch eine 
erhöhte Nachfrage für eine einzelne Ware eine größere Konsumtion zu 
höherem Preise ergibt, eine erhöhte allgemeine Nachfrage nach Gütern 
dennoch zu einem größeren Handel (den Q) zu niedrigeren Preisen führen 
wird. 
Wir können also nicht direkt von den besonderen auf die allgemeinen 
Preise schließen, sondern nur indirekt unter Berücksichtigung der Wir 
kungen auf die Quantitäten Schlüsse ziehen. Durch das Steigen eines indi 
viduellen Preises wird das allgemeine Preisniveau manchmal erhöht und 
manchmal erniedrigt 1 ). Um eine physikalische Parallele zu ziehen, wollen 
wir annehmen, daß tausend Pfähle in Flugsand getrieben worden sind, 
und daß der Besitzer beabsichtigt, ihr Niveau um einen Fuß zu erhöhen. 
Er verschafft sich Krahne, setzt sie auf die Pfähle und hebt einen Pfahl 
um einen Fuß. Sodann werden alle tausend Pfähle einer nach dem anderen 
emporgezogen. Jedesmal aber, wenn ein Pfahl einen Fuß emporgezogen 
wurde, wurden 999 über V999 eines Fußes hinuntergestoßen und nach 
Fertigstellung der Arbeit wird der Mann finden, daß seine tausend Pfähle 
niedriger stehen als zuvor. Bei jedesmaligem Emporheben eines Pfahles 
ist das Durchschnittsniveau aller Pfähle gefallen. 
Die Behauptung, daß eine allgemeine Erhöhung in der Nachfrage, die 
eine Zunahme im Handel zur Folge hat, die Tendenz zeigt, das allgemeine 
Preisniveau zu erniedrigen und nicht zu erhöhen, kann man als eine Art pons 
asinorum betrachten, um seine Kenntnis des fundamentalen Unterschiedes 
zwischen den Einwirkungen, die das allgemeine Preisniveau, und denen, 
die das Steigen und Fallen eines besonderen Preises im Verhältnis zu diesem 
Niveau berühren, zu prüfen. 
1 ) Zur weiteren Erläuterung vergleiche § 2 des Anhanges zu diesem Kapitel VIII. 
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