Full text: Kartelle

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die höchsten Spitzen der Auktionsgebote zu vermeiden. Wie soll 
eine Verständigung der Auktionskäufer möglich sein, wenn immer 
wieder neue Elemente dazwischentreten und das Vorgehen eines 
Konzerns vereiteln? Es mag sein, daß mancher neue Auktionskäufer, 
dem man die „Fähigkeit zu dem Kinderspiel des Einkaufs auf der 
Auktion“ zutraut, den Kauf zu einer geringeren Kommission für den 
Fabrikanten ausführt. Aber die Kommission ist es doch nicht, worauf 
es ankommt. Der Gestehungspreis franko Gerberei, der ist für jede 
Kalkulation doch maßgebend. Wenn ein neuer Held auf der Auk- 
tion auftaucht, dann wird er von den Großkäufern bekanntlich sofort 
gehörig unter die Lupe genommen, Seine Gebote werden scharf 
überboten. Es wird ein regelrechtes Rennen inszeniert, die Preise 
getrieben und nicht nur der Auftraggeber dieses Mannes, sondern 
die gesamte Industrie geschädigt. Das sind Begleiterscheinungen 
des auktionsmäßigen Verkaufs, die sich nie vermeiden lassen werden, 
mit denen die Lederindustrie also unbedingt rechnen muß, und es 
liegt in ihrem eigenen Interesse, die Möglichkeit derartiger Kämpfe 
auf den Auktionen durch eine Änderung der seitherigen Taktik zu 
beseitigen. Je geringer die Anzahl der Käufer, je günstiger für 
die Verarbeiter der Ware. Wir haben schon sehr oft den 
Standpunkt erörtert, daß es wahrscheinlich überhaupt 
besser wäre, den gesamten Einkauf einem Konzern 
von möglichst wenigen Firmen zu übertragen. Im 
kleinen wird dieser Modus bereits angewandt — und 
zwar mit bestem Erfolge.“ 
Die Errichtung gemeinsamer Einkaufsstellen ist aber keineswegs 
auf die Fälle des auktionsweisen Verkaufes der Rohmaterialien be- 
schränkt, vielmehr finden wir derartige Verbände auch auf manchen 
anderen Gebieten, insbesondere da, wo es sich um die Verarbeitung 
von Abfällen u. dgl. handelt. 
Das trifft z. B. mehrfach bei den Knochen verarbeitenden 
[ndustrien zu, für die die Beschaffung des Rohmaterials eine be- 
sonders wichtige Rolle spielt. „Eine Eigenheit dieser Industrie ist 
es, daß bei ihr das Schwergewicht auf die Beschaffung des Roh- 
materials gelegt werden muß. Die Knochen können nicht in be- 
liebigen Mengen und zu beliebigen Zeiten gekauft werden, sondern 
müssen als schnell zu beseitigender Abfallstoff in täglicher Sammlung 
namentlich in den größeren Städten fortgeschafft und, da sie dem 
Verderben ausgesetzt sind, auch sofort verarbeitet werden. Die In- 
dustrie ist daher genötigt, fortlaufend mit einer Unzahl kleinerer 
and größerer Lieferanten, die das Material teils aus den Küchen,
	        
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