Full text: Ferdinand Lassalle

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Der Staat sei nun gerade diese Einheit und Verbindung 
der Individuen zu einem sittlichen Ganzen, welche die 
Funktion habe, diesen Kampf zu führen, eine Vereini 
gung) welche die Kräfte aller einzelnen, in die sie ein 
geschlossen sind, millionenfach vermehrt, die Kräfte, 
welche ihnen allen als einzelnen zu Gebote stehen 
würden, millionenfach vervielfältigt. 
Der Zweck des Staates sei also nicht der, dem einzelnen 
nur die persönliche Freiheit und das Eigentum zu schützen, 
mit welchen er nach der Idee der Bourgeoisie angeblich 
schon in den Staat eintritt, während er in Wahrheit beide, 
Freiheit und Eigentum, erst im Staate und durch den 
Staat produziert. Der Zweck des Staates könne viel 
mehr kein andrer sein, als das zu vollbringen, was von 
Haus aus schon seine natürliche Funktion sei, also 
formell ausgesprochen: durch die Staatsvereinigung die 
einzelnen in den Stand zu setzen, solche Zwecke und eine 
solche Stufe des Daseins zu erreichen, die sie als einzelne 
niemals erreichen könnten. 
Der letzte und inhaltliche Zweck des Staates sei somit 
der: das menschliche Wesen zur positiven Entfaltung 
und fortschreitenden Entwicklung zu bringen, mit 
andern Worten: die menschliche Bestimmung, da- 
heißt alle Kultur, deren das Menschengeschlecht fähig 
sei, zum wirklichen Dasein herauszuringen und zu 
gestalten. Er sei die Erziehung und Entwicklung deS 
Menschengeschlechts zur Freiheit. 
In der Tat arbeite auf diese Auffassung des Staats 
unter uns schon die antike Bildung, welche nun einmal 
die unverlierbare Grundlage des deutschen Geistes ge 
worden sei, mächtig hin, wofür ich die Worte des großen
	        
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