Aufträge verteilen können. Wir müssen uns also ein Re-
servoir schaffen, in dem wir die wirklichen Unkosten sam-
meln und aus ihm auftragsweise mittels der normalen Zu-
schläge entnehmen, bis ein kleiner Rest übriggeblieben ist,
der durch die bewußt zu niedrigen Betriebszuschläge nicht
gedeckt werden konnte.
Die Erfolgsrechnung. Wir kommen damit zu einer
wichtigen Überlegung für die Erfolgsrechnung. Was will
diese? Bisher haben wir in der Nachrechnung die Selbst-
kosten der einzelnen Aufträge ermittelt, also die Leistungs-
oder Stückkosten. Jetzt wollen wir erfahren, wie sich unsere
Gesamtkosten gestalten. Dies geschieht nicht laufend, wie
bei den einzelnen Aufträgen, die so zur Nachkalkulation ge-
langen, wie sie fertig werden, sondern nur in periodischen
Abständen. Der jährlichen Erfolgsrechnung, wie sie jedes
Unternehmen gesetzlich aufzumachen verpflichtet ist, ent-
spricht im innern Betrieb meist die monatliche Betriebs-
Erfolgsrechnung, welche die Gesamtkosten der Aufträge
bzw. der gesamten Produktion den Gesamteinkünften gegen-
überstellt, um zu sehen, ob mit Gewinn oder Verlust ge-
arbeitet wurde. Formelmäßig stellt sich dieser Vorgang
durch die Gleichung dar:
Erlös — Aufwand = Erfolg
In reinen Fabrikationsbetrieben kann man nun nicht ohne
weiteres von einem Erlös sprechen, da der Verkaufserlös
der betreffenden Waren ja ein ganz anderer ist als der
Fabrikationserlös, wenn es einen solchen gäbe. Werden
doch in den Verkaufspreis Aufwendungen an Verkaufs-
unkosten, Provisionen, Lizenzen sowie Gewinne einkalku-
Hert, die mit dem Betrieb nichts zu tun haben und daher
in der Erfolgsrechnung das Bild des Betriebserfolges nur
trüben würden. In der reinen Betriebsabrechnung einer
Fabrik greift man daher zu anderen Mitteln. Entweder
verzichtet man überhaupt auf die Festsetzung eines Fabrik-
preises und setzt als solchen die tatsächlichen Aufwendungen
an Material, Löhnen, Nebenkosten sowie an normalen Be-
triebszuschlägen ein, also den von der Nachkalkulation nor-
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