Object: Antike Wirtschaftsgeschichte

52 Viertes Kapitel. Das griechische Wirtschaftssystem. 
nicht nlehr widerstehen, und Rhodus scheint z. B. schon früh Tribut 
gezahlt zu haben. Es waren in erster Reihe nicht wirtschaftliche 
Faktoren, welche die Perserkriege hervorriefen, da die abhängigen 
Staaten im allgemeinen wirtschaftlich nicht schlecht gestellt waren 
und z. B. die befreiten ionischen Städte, nachdem sie späterhin die 
Herrschaft der Athener und der Spartaner erlebt hatten, vielfach 
nicht gerade ungern unter die Fremdherrschaft zurückkehrten. Der 
Zusammenstoß der Griechen mit den Persern war um so gefähr 
licher, als gleichzeitig die Karthager mit dem Könige von Syrakus 
kämpften. Der Sieg der Orientalen hätte wahrscheinlich zur 
Schaffung zweier großer Reiche geführt, eines karthagischen im 
Westen, eines persischen im Osten. Doch der Angriff mißlang, im 
selben Jahre — 480 — wurden die einen bei Salamis, die an 
dern an der Himera in Sizilien geschlagen. Die Kämpfe mit den 
Karthagern und Persern fanden damit nicht ihr Ende, und wenn 
auch keine große Gefahr mehr für die griechische Welt bestand, so 
gelang es doch nicht, sämtliche sizilische Städte unabhängig zu 
machen und die kleinasiatischen Griechen dauernd von der Perser 
herrschaft zu befreien. Im Mittelalter haben sich diese Kämpfe 
des Orients gegen Europa in ähnlichem Maßstab wiederholt, 
als die Araber, die den Osten, Süden und Westen des Mittelmeer 
beckens erobert hatten, gegen Norden vorrückten. Zu Ende des 
5. Jahrhunderts versuchten die Karthager nochmals Sizilien in 
ihre Hand zu bekommen, vergebens, denn die Westhellenen 
waren unter der Herrschaft des energischen Dionys von Syrakus 
vereinigt (S. 79). 
Von den drei nichtgriechischen großen Seemächten waren zwei 
zurückgeschlagen, die dritte, die Etrusker, die neuerlich gegen Kyme 
vorrückten (S. 37), wurden von Hiero von Syrakus, der den Ein 
wohnern von Kyme mit einer Flotte zu Hilfe kam, geschlagen. 
Die Kämpfe der nächsten Zeit spielten sich in erster Reihe zwischen 
den Athenern, Spartanern und Syrakusanern ab; keine der drei 
Mächte war aber stark genug, die beiden andern in sich aufzunehmen, 
und so fielen sie fremden Gewalten anheim, der Westen den Rö 
mern, der Osten zunächst den Mazedoniern, bis schließlich die Römer 
das ganze Mittelmeerbecken beherrschten. Daß aber Rom nicht in 
seinen Anfängen zugrunde ging, verdankte es dem Sieg bei Kyme, 
durch den die Syrakusaner ihre späteren Herren von der Etrusker 
not befreien halfen. 
In Athen, das neben Korzyra und Korinth int 5. Jahrhundert
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.