aut dem für sie ausschlaggebenden Binnenmarkte bestehen,
wie für keinen anderen Industriezweig. Lässt. sich auch
der gegenwärtig in Russland beobachtete Manufäkturwaren-
hunger nicht ausschliesslich durch unzureichende Erzeu-
gung von Textilwaren erklären, so ist andererseits doch
nicht zu leugnen, dass diese Produktion in ganz geringem
Grade der Konsumfähigkeit der Bevölkerung und den ge-
stellten Anforderungen entspricht; denn der derzeitige Ver-
brauch von Baumwollgeweben, die von der Industrie
stammen, erreicht nur 11,5 m pro Kopf, während sich
derselbe vor dem Kriege auf 16,5 m. belief und nach
manchen Schätzungen sogar bis auf 20,6 m pro Kopf.
Die Tuchindustrie, welche im Wirtschaftsjahre 1924/25
(1. Oktober 1924 bis 30. September 1925) 55,4% der Vor-
kriegsmenge produzierte, konnte im Vergleich zur Vorkriegs-
zeit insgesamt nur 300% des Bedarfs decken. Dagegen
ist das Einkommen in der Landwirtschaft — wenn man
der Sowjetstatistik einigen Glauben schenken darf —
von 62,26 Tscherwonzen-Rubel pro Kopf im Wirtschafts-
jahre 1923/24 auf 103,33 Tscherwonzen-Rubel im Wirtr
schaftsjahre 1925/26 gestiegen, d. h. um 65,5%. Die Zahl
der Industriearbeiterschaft erhöhte sich während der Wirt-
schaftsjahre 1922/23 bis 1924/25 um 28,3% und deren
Verdienst von 1162000 Rubel auf 3860000 Rubel d. h.
um 232,2%. .
Alle diese Umstände machen die in letzter Zeit in
Sowjetrussland oft debattierte Frage der Wiederherstellung
und Entwicklung der Textilindustrie akut. Es bedarf keiner
Betonung, dass diese Frage nicht nur von rein theoretischem
Interesse ist für diejenigen Kreise, denen die Aufgabe er-
wächst, die Handelsbeziehungen mit Russland zu ent-
wickeln. Die mögliche Wiederherstellung und Entwick-
lung der Textilindustrie wird jedoch nicht allein durch
lie bestehenden Absatzverhältnisse vorgeschrieben, sondern
sie hängt in hohem Grade von einer Reihe von Produktions-
laktoren ab, wie z. B. von dem Zustande der maschinellen
Ausrüstung, - verfügbarem technischen Personal und quali-
fizierter Arbeiterschaft, Versorgung mit Rohstoffen, Brenn-
material, Hilfsmaschinen usw. Nur die Berücksichtigung
aller dieser Voraussetzungen vermittelt eine richtige Vor-
stellung .der Perspektiven, welche sich der Textilindustrie
im Zusammenhange mit der rapide steigenden Nachfrage
sach ihren Erzeugnissen eröffnen. An dieser Stelle erscheint
es nicht überflüssig, im Rahmen des verfügbaren Raumes