144
Eigentümerin jener Solquelle war. Denn in diesem Falle konnte der
Kaiser die letztere nicht verschenken. Ebensowenig läßt sich aus den
ferner von Böhlau durch den Druck hervorgehobenen Worten „ad eas
(urbes) pertinentes aquis salsis“ folgern, daß sie Zubehör jedes Grund
und Bodens waren und dies um so weniger, als die Urkunde als perti-
nentia noch eine Reihe anderer Regalien aufzählt.
Durch die Urkunde 21 1 übereignet Otto I. am 27. April 973
seiner Schwägerin Judith und seinem Neffen Heinrich:
„quandam nostri juris salinam“ und zwar nostra imperiali poten-
tia nebst den Zubehörstücken jener Saline, nämlich; cum terris
cultis et incultis, sartaginibus locisque sartaginum locis onus-
tariis, vuiterwendein censalibus et cum Omnibus jure regaliterque
ad hanc praedictam salinam respicientibus“ 2 .
Die Saline ist hier nicht Zubehör der Oberfläche, sondern diese
ist Zubehör zu jener.
Die Urkunde 22 3 ist die kaiserliche Bestätigung eines zwischen
dem Erzstifte zu Magdeburg und der Abtei zu Fulda vorgenommenen
Tauschgeschäftes, in welchem ersteres an letztere unter anderen Sal-
zunga überträgt:
„cum omnibus appendiciis et utilitatibus suis, tarn in ecclesii
quam in aliis aedificiis et mancipiis utriusque sexus, terris cultis
et incultis, sylvis, venationibus, salinis, aquis aquarumque
decursibus .... et omnibus pertinentibus.“
Daß hier neben anderen Regalien auch Salinen als Pertinenzen
zum Orte Salzungen aufgeführt sind, beweist nichts für ihre Zugehörig
keit zur Oberfläche. Salzungen war ein königlicher Ort, an dem schon
zur Zeit Karl des Großen ein dem Könige abgabepflichtiger Salzberg
bau betrieben wurde 5 . Vom Könige Otto I. hatte das Erzstift Magde
burg Salzungen nebst einigen der dortigen Salinen verliehen erhalten 6 ,
deshalb konnte es diesen Ort nebst jenen Salinen nicht ohne könig
liche Genehmigung weiter übertragen, und so übereignete Otto II.
„rogatu archiepiscopi“ denselben mit den Salzwerken dem Stifte zu
Fulda.
1 Vgl. v. Koch-Sternfeld II 43, 44, 47 ff. Dreyhaupt I 14.
2 v. Koch-Sternfeld II 122.
3 Die Urkunde findet sich in der Monumenta Boica, Monachi 1769 ff,
tom. XXXVIII p. 196.
4 Schannat, Corpus traditionum Fuldensium, Lipsiae 1724, p. 241.
5 S. oben zu Urkunde 2.
6 Hüllmann, Geschichte des Ursprungs der Regalien in Deutschland S. 63, 64.