Full text: The fiscal problem in Missouri

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fettigen, die dadurch entstanden, daß das Gleichgewicht zwischen 
Angebot und Nachfrage gestört war, und hoffte durch zahlreiche, 
zum Teil bis in Einzelheiten gehende Vorschriften, die den Er 
zeugern, Verbrauchern und dem Handel gemacht wurden, eine 
erträgliche Versorgung der Bevölkerung zu erschwinglichen Preisen 
erreichen zu können, scheute aber davor zurück, die Ware selbst 
anzufassen, in größerem Umfang in die Hand zu nehmen und zu 
verteilen. Zuerst wurde diese Auffassung beim Brotgetreide durch 
brochen, nach und nach, wenn auch zögernd, folgte die Bewirt 
schaftung der anderen Hauptnahrungsmittel: Fleisch, Kartoffeln, 
Fette, Zucker, Eier, Hülsenfrüchte, Futtermittel und andere. Es 
zeigte sich eben, daß nur, wer die Ware in der Hand hat, ihren 
Preis mit Sicherheit regeln, ihre angemessene Verteilung sicher 
stellen kann. Sollte und konnte man beim Gemüse 
ebensoweit gehen? Die Bedeutung, die das Gemüse für 
die Ernährung erlangt hatte, würde das wohl gerechtfertigt haben, 
ebenso wie die unzureichenden Ergebnisse, die man mit den bis 
her ergriffenen Mitteln erzielt hatte. Aber hier boten sich eineni 
so weitgehenden Eingriff denn doch ganz besondere Schwierig 
keiten. 
Zwar wäre eine Beschlagnahme des Gemüses — 
abgesehen natürlich von den leicht verderblichen Früh- 
gemllsesorten — wohl allenfalls durchführbar, wenn ihr auch 
die mannigfachsten Hindernisse im Wege sein würden. Es sei 
nur an die große Zahl verschiedener und durchaus nicht in gleicher 
Weise verwendbarer Sorten, die fast das ganze Jahr hindurch an 
dauernden Ernten, die leichte Verderblichkeit, die mangelnden 
statistischen Unterlagen und die schwierige Handhabung des Ge 
müses erinnert. Ganz undurchführbar aber muß eine g e - 
rechte Verteilung erscheinen, die zwangsläufig einer Er- 
fassung würde folgen müssen. Ist es schon bedenklich, allen 
Menschen das gleiche Maß an Fleisch, Kartoffeln, Zucker und Fett 
zuzuweisen, so ist dies sicher bei Gemüse unniöglich. Hier ist der 
Bedarf so verschieden, die einzelnen Sorten besitzen so verschiedene 
Vcrwertungsmöglichkeiten — man denke an Weißkohl, der sowohl 
frisch wie als Sauerkraut verwendet wird —, die Mengen fallen 
zeitlich und örtlich so verschieden an, daß irgendein auch nur an 
nähernd gerechter Verteilungsschlüssel weder aufgestellt noch durch 
geführt werden könnte. Hier mußte zwischen den beiden entgegen 
gesetzten Standpunkten, auf der einen Seite lediglich Höchstpreis- 
bestimmung und allgemein regelnde Maßnahmen und auf der an 
deren Seite Beschlagnahme und Verteilung, ein Mittelweg
	        
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