Full text : L - Z (2)

„Perhorreszieren (lat.), Schauder vor etwas emp⸗
finden, etwas von sich abweisen; bes. in der Rechtssprache:
 jemand als Richter ablehnen. Perhorreszenz
Ablehnung (des Richters).
Peri, nach der pers. Sage zarte Genien von wunder—
barer Schönheit, unsern guten Feen vergleichbar.
Periänder, der Sohn des Kypselos, langiähriger
Herrscher von Korinth (bis 585 v. Chr.), einer der sog
Sieben Weisen Griechenlands.
Perianthium ich). die Blütenhülle (s. Blüte).
Periastrum geg bei Doppelsternen derjenige Punkt
in der Bahn des Begleiters, wo dieser dem Hauptstern
am nüchsten kommt, ähnlich dem Perihel der Planetenbahn
Peribole (grch.) Ummwurf, Umhüllung; rednerische
Ausschmuckung eines Gedankens.
aruee (grch.), bei antiken Tempeln der das
Tempelgebäude umschließende heilige Bezirk.
—S (ind.), s. v. w. Madurabein (s. d.)
Perichondrium (grch.), Knorpelhaut (s. Knorpel):
terichoudritis, deren Entzündung.
Persoulum (lat.), Gefahr; P. in mora, Gefahr im Verzug
Periderm (grch), das Gewebe, welches an ältern
Stämmen die allmählich zerreißende Epidermis ersetzt und
durch das tiefer liegende Korkmeristem, Korkkambium oder
Phellogen gebildet wird.
reridermium Linx., Blasenrost, Pilzgattg. der Ure⸗
dineen. Die Form P. pini corticolum verursaqt auf der
Rinde der Kiefser Blasen (Kienzopf, Krebs, Brand der
Kiefer), die Form P. pini acicdlum bewirkt das Ab—
sterben der Nadeln.
Peridie, bei Fiuek die lederartige Hülle um die
Sporenlager, die sich bei der Reife öffnet.
Peridineen, vinoflagellaten, einzellige, wasserbe—
wohnende Algen, den Diatomeen verwandt, mit zwei
Geißeln und zwei ringförmigen Furchen in der derben,
häufig mit Anhängseln versehenen Zellulosemembran und
gelben Chromatophoren. Meist Meeresbewohner, die Haupt⸗
masse des nördl. Planktons; einige leuchten.
Peridot, s. Olivin; Peridotite, s. Olivingesteine.
BPeriegefis (grch), Herumführen eines Fremden per—
vunden nmut Erklaͤren von Merkwürdigkeiten, Stadt⸗, Län⸗
derheschreibung; Periegesen, Schriflen, in denen Kunst⸗
denkmler ec. derzeichnet und beschrieben werden; wichtigste
Vertreter aus dem Altertum Rolemo und Pausanias;
Perieget, Fremdenführer; topogr. Schriftsteller.
Perier (spr. Jeh), Casimir, franz. Staatsmann, geb.
21. Ott. 1777 zur Grenoble, Bankier zu Paxis, 1831
— begründete die Herrschaft des sog. Juste—
Milieu, gest. 16. Mos i882. — Sein Sohn Auguste P.,
20. Aug. 1811, Diplomat, Okt. 1871 bis Febr. 1872
inister des Innein, gest. T. Juli 1876 in Paris, wan⸗
elte 1874 feinen Fansllennamen in Casimir⸗P. um. —
Dessen Sohn Jean Paul Pierre Casimir-Perier (s. d.).
* Verigaäum (grch), Erdnähe, der der Erde am nuͤch—
en gelegene Punktt der Mondbahn; Gegensatz: Apogäum.
6 Perigenefis (gIrch), die Wellenzengung der Lebens⸗
eilchen, von Haegel aufgestellte Hypothese, die die Er—
scheiumigen der Erblichteit auf Ubertragung von Be—
weguugsformen der Plasmamoleküle (P. ver Plastidulen)
zurückfuͤhrt. — Bal. Haeckel (1876).
Perigon 65 die Blauͤtenhulle, die nicht in Kelch
und Krone geschieden ist.
Perigord spr. gohr), chual Grafschaft im süd⸗
westl. Frankreich zur“ Prob. Guͤyenne gehoörig, mit der
danptsadi Perigueur, bildet heute einen Teil des Dep.
ordogne; 1588 mit der Krone Frantreich vereinigt.
deer ignnenr (spr. göh), Hauptstadt des franz. Dep.
ordogne, fruͤher der Dandsch Verigord, an der Isle,
Geon 31876 E., zwei byzant. Kathedralen, Reste röm.
Altertümer; Truͤffelsucht.
Verighinifch (gehh, s. Blüte.
ß Perihel, Perihelium (grch.), s. Apsiden; Perihel-⸗
istanz, die lineare Entfernung des P. von der Sonne
e eee L2].
ärd (grih.), der Herzbeutel (s. Herz).
Ferikarditis — Herzbeutelentzuͤndung (s. d.)
Peritarp slarch) Fluͤchhüuen(s Frucht).
des?rititten Bezeichnung der Ueinern Papageiarten,
es. der sog. Schmalschnabelsttiche.

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Per
Periklas, reguläres, farbloses oder grünes, glasglän—
ades Mineral; Magnesiumoryd.
Peritles, griech. Staatsmaͤun, geb. 493 v. Chr., ward
urch seine große staatsmännische? und rednerische Be⸗
abung, gestützt auf die Volkspartei, zu einer Art don
derrscher über seine Vaterstadt. ESeit 445 leitete er
inderthalb Jahrzehnte die Angelegenheiten Athens, das
r auf den Höhepunkt polit. und geistiger Blůte (Peri—
leisches Zeitalter) brachte, vollendete den Ausbau des
heiraieus, baute die langen Mauern, schmückte Athen,
usbes. die Akropolis, mit Prachtbauten; auch glücklicher
Feldhert, gest, 428 an der Pest. — Biogr. von Plutarch;
»gl,Filleul (2 Bde., deutsch 1874 73), Ad. Schmidt
2 Bde., 1877 79); Pflugk-Harttung, P. als Feldherr“
1884); Delbrück, „Die Strategie des .“ (1890).
Perikopen (grch. „Abschmtte“7), die zur Vorlesung
m Gottesdienst und als Predigtterte vorgeschriebenen Bi⸗
elabschnitte; zwei Serien: eine aus den Evangelien, eine
aus den Episteln, Apostelgeschichte und A. T. genommen,
ind schon seit dem 8. Jahrh. üblich; in der evang. Kirche
eit Ende des 18. Jahrh. auch neuere Reihenfolgen zugelassen.
berikopenzwang, die Verpflichtung, über die P. zů predigen.
Perikulös (lat.), gefaͤhrlich.
Perim, Insel am Eingang des Roten Meers, in der
MNeerenge Bab el⸗Mandeb, 18 qxm; vortrefflicher Hafen,
Jestung, Leuchtturm; 17981801 und 1887 bon den Eng⸗
ändern besetzt; zu Aden gehörig [Karte: Afrika J, 89)].
Perimeter (grch.), der Umfang von geradlinigen Fl—
zuren; perimẽtrisch, perimeträl, dem asen
Perimetritis (grch.), Entzündung des Bauchfeilüberugs
 der Gebärmutter.
Perimorphose (grch.), Kernkristall, bisweilen nur
apierdünne Kristallhülle, welche ein Aggregat eines ganz
indern Minerals wie einen Kern umschließt.
Perinãum (Perindum, greh.). Mittelfleisch(s. Damm).
Perinenrium (greh.), die Bindegewebshuͤlle, die die
izelnen Nervenfasern und den ganzen Rerven umgibt.
Periöci (grch.), s. Antipoden und Perisken.
Periode (grch.), Umlauf (eines Gestirns), Kreislauf;
ie regelmäßige Wiederkehr von etwas in bestimmter Zeit;
n der mathem. Chronologie s. v. w. Zyklus (s. d.), auch
zusammenfassung von zwei oder mehrern Zyklen zur Aus⸗
leichung verschiedener Zeitberechnungsarken, wie: die
zundssiern⸗ (Sothis.) P. der ÄAgypter von 1461 J. die
haldäische B. (P. der Finsternisse) von 228 synodischen
Monaten, die Metonische P. G Kytlus), rektifiziert durch
ie 76 jährige Kallippische P. und die 8304 jährige Hip⸗
archische P., die Julianische P. von 7980 J. die Saros
Bb., das Zusammentreffen von Sonne und Mond hei dem⸗
elben Knoten (etwa 18 J. 11T.); in der Geschichte ein
ich kenntlich abhebender Zeitraum, der eine besondere Ent—
vicklungsstufe imfaßt; in der Grammatik ein aus Haupt⸗
ind Redensätzen zusammengesetzter Sabtz; physiologisch die
Menstruation (s. d.), Periodizität. Wiederkehr in gewissen
zjeiträumen; periodisch, regelmäßig wiederkehrend.
Periöken (grch. porioiscoi. Umwohner“), in Sparta
zie persönlich freien und in selbständigen Gemeinden leben—
)en, zum Kriegsdienst verpflichteten, aber politisch recht—
osen Einwohner Lakoniens. ——
Periöst (grch.), die Knochenhaut; periostäl, die Kno—
jenhaut d ih Periostttis, Kuochenhautentzündung;
zeriostösis, oberflächliche Knochengeschwulst.
Perkot, in Eugland Bruchteil des Troygräns —
,00675 g.
Peripatetische Philosophie, die Philosophie des
Aristoteles (s. d.) und seiner Schule (Peripatetiter), weil
erselbe im Auf- und Abgehen zu lehren pflegte.
Peripetie (grch.), Schicksalswendung; im“ Drama der
ntscheidende Wendepunkt.
Peripherie (gIrch.), der Umfang des Kreises (s. d.),
owie jeder durch eine krumme Linie begrenzten Fläche.
— (grch.), Entzündung der dußern Ve—
enhaut.
Beriphrase (grch.). Umschreibung, beschreibende Ver—
aschaulichung eines Gegenstauides, ohne ihn zu nennen.
Peripleuritis (Erch), Entzuͤndung des das Brustfell
ngebenden Bindegewebes.
Periplus 3. Anichisung. Titel geogr. Werke,
⸗über Umschiffungen von Kuüstenländern beritten
            
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