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Futter»
pflanzen.
Viehzucht.
Rinder.
allerwichtigsten anzuführen, mussten wir im Jahresdurchschnitt 1890/91
einführen: nahezu 1 000 000 t Gerste, 109 000 t Raps, 5000 t
Leinsaat, 20000 t Mohn, 35000 t Flachs, 25000 t Hanf und 14000 t,
Hede. Gegenüber all diesen Ziffern kann die oft angeführte Be
gründung der Einschränkung des Handelsgewächsbaues mit der
„Furcht vor Ueberproduktion“ nur als schlecht gewählte Ausrede be
zeichnet werden.
Am verhängnissvollsten vielleicht ist aber die skizzirte Ent
wicklungsrichtung für die deutsche Viehzucht. Von den Futter
pflanzen weisen die werthvollsten: Klee, Luzerne und Esparsette
eine erhebliche Abnahme auf, wofür die Zunahme des Futterriiben-
und Möhren-Anbaues nur als ein sehr magerer Ersatz bezeichnet werden
kann. Unter diesen Umständen ergiebt sich ein sehr bedeutendes
Deficit an Futtermitteln, zu dessen Deckung die deutsche Landwirth-
schaft auf das Ausland angewiesen ist. Sie bezog denn auch im
letzten Jahrzehnt ganz enorme Mengen hiervon. Das deutsche
Reich importirte im Jahresdurchschnitt 865 000 Tonnen Mais, 467 000
Tonnen Kleie und Malzkeime, 279 000 Tonnen Hafer (trotz der
Ausdehnung des Haferanbaues!) und 256 000 Tonnen Oelkuchen.
Dazu kommen noch 5000 t Gras und 16 000 t Kleesaat. Die ge
waltige Steigerung des Defizits zeigt ein Vergleich der Mehreinfuhr
am Anfang und Ende des letzten Jahrzehnts. Dieselbe betrug in
Tausend Tonnen beispielsweise für:
Kleie etc.
Oelkuchen
Mais
1890
279
169
562
1899
679
340
1627
Diesen Zahlen gegenüber wird man wohl behaupten können,
dass die Grundlagen der deutschen Viehzucht zu einem
sehr erheblichen Theile im Auslande liegen.
Prüfen wir nun die Lage der deutschen Viehzucht selbst. Die
Grundlage der Fleischnahrung bildet der Nährkraft nach das Rind
fleisch und von diesem wiederum das Ochsenfleisch. Für den Werth
der Fleischproduktion eines Landes kommt daher der Bestand an
Rindvieh in erster Linie in Betracht. Im deutschen Reiche wurden
gezählt in 1000 Stück:
1873
1897
Kälber bis zu 6 Monaten . .
. 1 470
2 071
Jungvieh bis zu 2 Jahren . .
. 3 666
4 401
Kühe
. 8 961
10466
Stiere und Ochsen . . . .
. 1 680
1 553