und Thyssen gleich setzt, wozu man wegen der gleichen Aktien-
abfindung berechtigt ist, die Anlagebuchwerte der Muttergesell-
schaften etwa 850 Millionen Mark. Somit erscheinen die Anlagen
in der Bilanz der „Vereinigte StahlwerkeA.-G.‘“ höher als in den
Bilanzen der Muttergesellschaften. Trotzdem wird man nicht
von einer Überbewertung sprechen können, weil die Anlagen
zu einer höheren organisatorischen Einheit zu-
sammengefaßt und daher auch bedeutend wertvoller
gewordensind. Der bekannte amerikanische Sachverständige,
Mr.H. A. Brassert, schätzt den gegenwärtigen Aufbauwert der
Vereinigten Stahlwerke auf mehr als das Doppelte des Buch-
wertes. Ob die Anlagen in der richtigen Weise bewertet worden
sind, darüber läßt sich erst in späteren Jahren ein endgültiges
Urteil abgeben, wenn sich eine bestimmte Entwicklungs-
linie der Dividende abzuzeichnen beginnt. Der erwähnte Sach-
verständige schätzt den jährlichen Rohgewinn der „Vereinigte
Stahlwerke A.-G.‘“ in den fünf Jahren 1927—1931 im Durch-
schnitt auf etwa 119 Millionen Mark und zwar nach Abzug der
Abschreibungen, aber vor Abzug von Zinsen und Steuern. Nach
Stabilisierung des französischen und belgischen Franc wird
die Einnahmesteigerung auf 20% geschätzt.
Das Geschäftsjahr der „Vereinigte Stahlwerke A.-G.‘“ läuft
vom 1. Oktober bis 30. September. Die Zeit vom 1. April 1926 bis
30. September 1926 umfaßt somit ein Zwischengeschäftsjahr. Die
Bilanz per 30. September 1926 wird sich von der Eröffnungsbilanz
wesentlich unterscheiden insofern, als die Anleiheschuld um
252 Millionen Mark größer geworden ist, die Anlagen zunächst
durch den Erwerb der Charlottenhütte sowie der Bergischen
Stahlindustrie erweitert worden sind und die Beteiligungen
durch Aktienerwerb der Stumm’schen Werke, der Rom-
bacher Werke, der Bismarckhütte, der Demag usw. sich
vermehrt. haben.
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