Object : Logik des Geldes

86  Fünftes  Kapitel.  Zur  Systematisierung  der  Lehren  vom  Papiergelde.

Darstellung  grenzenlos  einseitig.  Die  wesentlichsten  »metallistischen«
  Argumente  würdigt  er  gar  nicht.
Wir  geben  weiter  eine  kritische  Zusammenstellung  der
speziellen  Hypothesen  über  die  Fundierung  des  Papiergeldes. ­
  Auch  sie  vermissen  wir  in  den  Lehr-  und  Handbüchern ­
  wie  in  monographischen  Werken.  Damit  ist  unser
Beitrag  zu  einer  Systematisierung  der  Lehren  vom  Papiergelde ­
  bereits  abgeschlossen:  So  interessant  die  Theorien
der  »Inflationisten«  sind,  sie  gehören  durchaus  in  die  »Dynamik« ­
  und  können  in  einer  wirtschaftlichen  Logik  des
Geldes  keinen  Platz  beanspruchen.
§  2.
Die  beiden  in  der  Literatur  herrschenden  Grundauffassungen ­
  des  Papiergeldes.
Es  gibt  mindestens  zwei  Grundauffassungen  des  Papiergeldes, ­
  für  die  es  nicht  ganz  leicht  ist,  bezeichnende  Namen
zu  finden.  Man  kann  mit  einigem  Recht  von  papiergeldfeindlicher ­
  und  papiergeld-freundlicher  Auffassung  reden.
Dem  modernen  Nationalökononien,  der  die  Werturteile  aus
der  Wissenschaft  ausscheiden  möchte,  wird  dies  unsympathisch ­
  sein.  Aber  um  die  Frage  nach  der  Möglichkeit
dieser  Ausscheidung  gänzlich  beiseite  zu  lassen,  mit  Bezug
auf  die  bisherige  Papiergeldliteratur  wird  die  Scheidung
in  »feindliche«  und  »freundliche«  kaum  als  unzutreffend  gelten ­
  dürfen.  Die  Gegenüberstellung  einer  »individualistischen« ­
  und  einer  »soziologischen«  Geldtheorie  enthält  etwas
Richtiges,  aber  nicht  die  Wahrheit  allein.  Verfehlt  scheint
es,  von  »alten«  und  »neuen«  Auffassungen  schlechthin  zu
reden,  wo  die  Literatur  so  unübersehbar  und  die  Priorität
und  Originalität  so  problematisch  sind.  Hat  doch  die  als
»neue«  gekennzeichnete  Anschauung  schon  im  18.  Jahr-
            
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