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164 Richard Müller: 
Erscheinung treten, wenn anders ihre Begabung an sich erheblich 
genug ist, um über den Kreis der engeren Tätigkeit hinaus wirken 
zu können, 
Nur derjenige, der ungefähr in dieser Richtung die Grundlagen wirt- 
schaftlich schöpferischer Tätigkeit zu suchen geneigt ist, wird Ver- 
ständnis genug aufbringen, um über manche unliebsamen Tatsachen des 
Geschäftslebens hinweg (und welcher Beruf hätte nicht seine 
Schwächen) auch in solchem Schaffen den großen Zug, die einheitliche 
Linie aufzufinden, die bei allen Menschen, die über den Durchschnitt 
hinausragen, einerlei, welches ihre besondere Begabung ist, lebens- und 
wirkensbestimmend mehr oder weniger klar hervortritt. 
Welche Eigenschaften werden nun — den Drang zum eigenen 
Schaffen einmal vorausgesetzt — wesentlich den Lebenslauf und die 
Beziehungen des Wirtschaftsführers bestimmen? Zunächst ist allen 
gemeinsam ein zäher Wille angeboren, einem bestimmten Ziele mit 
unerbittlicher Konsequenz nachzugehen. Wir wollen nicht darüber 
streiten, ob Willenskraft in solch hervorragendem Maße stets vererbt 
ist, oder ob sie erworben oder anerzogen werden kann, wenngleich 
eine solche Feststellung, sofern sie überhaupt getroffen werden könnte, 
sehr wesentlich für die Beurteilung der überaus schwerwiegenden Frage 
wäre: Woher nehmen wir den besten Nachwuchs für die Fortführung 
unserer Wirtschaft, und wie bilden wir ihn am besten heran? Worauf 
noch zurückzukommen sein wird. Halten wir uns an die Tatsache, daß 
die Zielstrebigkeit, der Wille auch gegen unüberwindlich scheinende 
Hindernisse sich durchzusetzen, ein Hauptmerkmal all der Männer war, 
die durch ihr wirtschaftliches Können die Welt in Staunen gesetzt 
haben. Aus den kleinsten Verhältnissen, als Zeitungsjungen, Lauf- 
burschen oder dgl., haben sie oft angefangen, um dann von Stufe zu 
Stufe sich weiterzuarbeiten, weil sie des Schicksals Sterne in der 
eigenen Brust trugen, weil sie wußten, daß sie zum Führen geboren 
sind. Durch dieses Arbeiten von der Pike auf, durch das Ausfindig- 
machen jeder kleinsten Möglichkeit, aus dem bisherigen, sie noch zu 
sehr beengenden Zustand herauszukommen, wird ihr Blick für die Tat- 
sachen des Lebens ungemein geschärft, mit Kraft und oft mit Rück- 
sichtslosigskeit werden weniger Fähige, weniger Willenstarke beiseite- 
geschoben, um die Bahn für die Betätigung der eigenen Gaben frei 
zu machen. Und doch hören wir selten, daß die Kameradschaftlich- 
keit gegenüber den Mitarbeitern in die Brüche gegangen wäre; sicher 
ein beachtliches Zeichen dafür, daß ihnen eine außergewöhnliche 
Menschenkenntnis eigen ist, die sie durch tägliche scharfe Beobachtung 
der Umwelt erworben haben, Entstammt sie zunächst auch rein 
egoistischen Motiven, nämlich dem Wunsche, ohne viel Umschweife
	        
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