fullscreen: Die Volkswirthschaftslehre

96 Buch 2. Kap. 1. Produktionsmittel. 
Je günstiger ferner z. B. das Klima ist, uin so geringer 
pflegen die leiblichen Bedürfnisse sein, während manche der 
selben, z. B. der Bedarf an vegetabilischen Nahrungsmitteln,. 
Schutzmitteln vor Witterungseinflüssen re., sich alsdann auch be 
dingungsweise um so leichter befriedigen lassen. 
Ans den Volkscharakter ivirkt die Naturbeschaffenheit zurück,, 
indem* sie die Lebensart, Ernährungsweise und Thätigkeit der 
Eingeborenen, dadurch deren körperliche Zustande, z. B. den 
Körperbau, die Ausbildung der Muskulatur und der Lungen, 
die Gesundheitsverhältnisse k., vielfach beeinflußt, während hier 
von und selbst von den Eindrücken, welche die landschaftliche Um 
gebung auf das Gemüth macht, wiederum die besondere Stimmung 
der vorherrschenden Sinuesweisc mitabhnngt. Dazu kommt, daß 
dieselbe den Kampf ums Dasein, in welchem die Menschen nicht 
nur gu erstarken, sondern auch zu erschlaffen und zu erlahmen 
vermögen, eben sehr ungleich schwer macht. Wo sie, wie z. B. 
in zugleich mit günstigen Bodenverhältnissen ausgestatteten Trvpen- 
ländern, freiwillig unmittelbare Genußmittel reichlich darbietet oder 
doch wenigstens deren Gewinnung ungemein erleichtert, fehlt c& 
weit mehr an überwindenden Beweggründen, welche zu gesteigerten 
Bemühungen behufs der Naturbenutznng antreiben könnten, 
als dort, wo schon die unentbehrlichsten Mittel zur Befriedigung 
der nächsten Lebensbedürfnisse nicht ohne weitergehende An 
strengungen zu beschaffen sind. Umgekehrt mangelt es dagegen an 
Spielraum zur Bethätigung solcher, wo die Natur selbst Erwerbs 
mittel nur sparsamst gewährt und zur äußersten Genügsamkeit 
nöthigt. In der heißen und kalten Zone ist bei glühender Hitze 
und eisiger Kälte sogar die bloße Arbeitsmöglichkeit weit behin 
derter, als bei den milderen Temperaturverhältnissen der ge- 
mäßigten Zonen. In letzteren pflegt deshalb die Leistungsfähigkeit 
der Menschen am geübtesten und entwickeltsten zu sein. 
Am förderlichsten ist schließlich die Landesbeschaffenheit 
jedoch dann, lvenn sie günstige natürliche Vorbedingungen 
für eine gewisse Mannigfaltigkeit der Production darbietet. 
Solche Vorbedingungen ergeben sich nun keineswegs etwa 
vorzugsweise bei blos großer, zunächst lediglich den Landban 
begünstigender Fruchtbarkeit des Bodens, sondern vielmehr dort, wo 
eine für Ansiedelung und Verkehr besonders vortheilhafte Lage, 
unterirdischer Bodenreichthum, ausgiebige Wasserkraft k. Anlaß
	        
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