Godwin.
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stiger Mechanismus sei, ist schwer zu vereinbaren mit seiner
Anschauung, dass der Mensch nicht. ausschliesslich egoistisch,
sondern mit Gemeinsinn begabt sei, sowie mit der beständigen
Empfehlung von philanthropischem Wohlwollen. Der Glaube
an die Allmacht der alleinigen und unbedingten Wahrheit
steht im Widerspruch mit den praktisch gemachten Con-
cessionen, dass der Fortschritt allmälig sein müsse; der Glaube
an die natürliche Gleichheit der Menschen harmonirt nicht
mit der Meinung, dass es der Beruf der Weisen sei, die
übrige Menschheit allmälig zu belehren. Vielfach kann con-
statirt werden, dass Godwin im Verlauf des Werkes stärkere
Extreme entwickelt, als er im Anfang ausspricht. Dennoch
muss man ihm, namentlich im Gegensatz zu Bentham und
Owen, den Ruhm lassen. dass er seine Probleme philosophisch
tiefer auffasst.
Ganz im Geiste Bentham’s und seiner Zeit beginnt Godwin
damit, dass es der vornehmste Zweck der Wissenschaft sei,
das „Glück der Menschheit zu befördern“. Der Begriff des
Glücks wird nun freilich nicht eingehend definirt, Jaber es
wird doch gleich gesagt, dass intelleetuelle und moralische
Freuden die wichtigsten seien; es wird nicht wie bei Bentham
eine Catalogisirung der Freuden und Leiden versucht und es
fehlt die Tendenz, auf die nach Geldwerth berechenbaren
Lebensfreuden das Hauptgewicht zu legen. Jedenfalls fühlt
Godwin sofort das Bedürfniss, seine Theorien über Glück,
Moral und Staat durch eine Theorie über das Wesen des
menschlichen Geistes zu begründen.
Der Hauptsatz ist, dass der moralische Charakter der
Menschen die Folge seiner Wahrnehmungen (perceptions) sei
(S. 11), d. h. es giebt keine angeborenen Prineipien und
Ideen (S. 12), sondern die Ideen werden in dem menschlichen
Geist durch eine Reihe von Eindrücken erzeugt und dann
durch Verbindung und Nachdenken verdaut und geordnet
(S. 14): die äusseren Eindrücke, welche unmittelbar auf den
Menschen wirken, wie Hitze und Kälte, sind untergeordneter
Art; durchaus die Hauptsache sind die Eindrücke, welche
Stoff zum Nachdenken liefern und den‘ Charakter von Beweg-