Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Th. Paine. 
123 
lie Stellen, welche den künftigen Weltfrieden als Folge der Re- 
ublik preisen, und die Unabhängigkeit Amerika’s des Geld- 
vortheils halber fördern, häufiger vor. 3. 83 wird die Unab- 
nängigkeit verlangt, weil sie den Frieden wenigstens für einen 
Welttheil verbürgt, Handelsfreiheit mit allen Ländern, freien 
Besitz von Ländereien u. s. w. verspricht. S. 151 ruft 
Paine den Engländern zu: „Es kann Euch gleich sein, wer 
Amerika regiert, wenn Eure Manufakturwaaren dort einen 
Absatz finden“ — Worte, die fast gleichlautend sind mit den- 
jenigen, die später Cobden über Indien aussprach. 5. 149 
spricht Paine über die Kosten des Krieges ganz ähnlich wie 
Cobden: „Indem Ihr auf Siegestöne horchtet und durch un- 
sinnige Waffenfreude geleitet wurdet, vernachlässigtet Ihr es, 
die Kosten und die Folgen des Kriegs zu bedenken,“ 8. 144 
eifert Paine gegen Kriege, deren Ursache die unrichtig ver- 
standene Nationalehre ist, und verräth kosmopolitische Ge- 
danken, indem er sagt, seine Liebe sei der ganzen Welt ge- 
weiht, alle Eigenschaften, die an einem Individuum die lobens- 
würdigsten sind, seien es auch an einer Nation. 
Derartige Gedanken werden aber immer nur mehr gegen- 
über England verwendet; da Paine einer eminent praktischen 
Bewegung, der berechtigten Unabhängigkeit Amerika’s, dient, 
so geht sein staatsmännischer Sinn in kosmopolitischen Schwächen 
aicht unter, was sich namentlich in seinem Eifer für die Stärke 
des Staatenbundes gegenüber den Einzelstaaten (S. 198 u. 227) 
zeigt. Es handelte sich in Amerika nicht um Revolution an 
sich, sondern um eine positive politische That, um die Schaffung 
eines neuen Staatswesen, Die an sich staatsauflösende Lehre 
vom Staatsvertrag, der Volkssouveränetät und den angeborenen 
Menschenrechten, die überall durchklingt (z. B. 8. 151, 523 
u. a. a. O0.) wird daher auch insofern eingeschränkt, als der 
Staat selbst und seine prineipiellen Ordnungen als über dem 
Belieben der Inviduen stehend betrachtet werden. Es ist das 
freilich eine Inconsequenz, da der consequente extreme Indi- 
zidualismus eine unwandelbare Ordnung und ein dauerndes 
ananfechtbares Gesetz überhaupt nicht anerkennen kann. 
Allein als praktischen staatlichen Sinn verrathende Einschrän-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.