Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Th. Paine. 
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Arbeit und den Ertrag seines Kigenthums in Frieden und 
Sicherheit und mit den geringsten Ausgaben zu geniessen. 
Wenn dieses erreicht ist, dann ist allen Zwecken, für welche 
eine Regierung eingesetzt werden sollte, entsprochen.“ — 
Ebenso entspringt diesem Geiste die häufige Klage über die 
Höhe der Civilliste (S. 148), der hervorragende Eifer gegen 
das Landinteresse (S. 170) ete. etc. 
Für die Massen des Volks, namentlich die Armen, hat 
Paine freilich ein warmes Gefühl, Aber die Feinde. des 
Volks und der Armen sind: nie die Kapitalisten, sondern, 
shnlich wie bei Cobbett, der Monarch, die Beamten, die 
Pensionäre, die Adeligen, die Vertreter der Staatskirche. 
Die Schrift schliesst mit einem detaillirten Finanz- und 
Steuerreformplan, durch den die Steuern vermindert nnd die 
Armen unterstützt werden sollen, — die Armen, nicht die 
Arbeiter. „Der Hauptzweck dieser progressiven Steuer 
(ausser der Gerechtigkeit, die schon in der grösseren Gleich- 
machung liegt) besteht, wie schon erwähnt, darin, dass sie 
den übergrossen Einfluss, der aus dem unnatürlichen 
Gesetz der Erstgeburt entspringt und eine der Haupt- 
zuellen der Wahlbestechungen ist, austilgt‘“ (S. 195). Nur 
yanz nebenbei ist statt von Armen von Arbeitern die Rede, 
indem die obrigkeitliche Regulirung der Löhne bekämpft wird. 
Das Steuerprojekt selbst, das natürlich ohne Grundlage 
einer irgendwie genauen Finanz-, Bevölkerungs- und Vermögens- 
statistik entwickelt wird, erinnert allerdings mehrfach an 
extrem socialistische Programme. Allein es fehlt dabei an 
jeder Ahnung des Classengegensatzes zwischen Kapital und 
Arbeit, es sollen die Armen als solche begünstigt werden durch 
Verminderung des Staatsaufwandes, Abschaffung der hohen 
Civilliste, Entlassung von Soldaten und eine progressive Ver- 
mögenssteuer, die aber factisch nur gegen die durch Primo- 
genitur concentrirten Vermögen gerichtet ist. Durch die also 
gewonnenen Mittel soll eine sehr weitgehende Unterstützung 
aller Armen bewirkt werden (S. 198). Ausserdem soll die 
Staatsschuld durch Besteuerung der Staatsgläubiger selbst 
allmälie weggeschafft werden (S. 203).
	        
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