Burke.
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Engländern die durch die amerikanische Secession belebte
Sympathie mit radical individualistischen Freiheits- und Gleich-
heitsideen erhalten und dieselben zur Sympathie mit der fran-
zösischen Revolution und der Republik, zur prineipiellen Feind-
schaft gegen die Kriegspolitik der Tories gesteigert. Er hat
wesentlich dazu beigetragen, bei Besitzenden und Arbeitern
die Auffassung zu verbreiten, dass der Staat nur ein Diener
wirthschaftlicher Interessen sei, hat aber nicht, einem dieser
beiden Stände ein mit Leidenschaft empfundenes Bewusstsein
seiner Sonderinteressen eingeflösst. Alles zusammen genommen
dient er, trotz vereinzelter Anklänge an extremen Socialismus,
dem politischen Radicalismus des vorerst noch als einheitlich
gedachten dritten Standes. Was seine religiösen Ansichten
betrifft, so popularisirte er nur Gedanken, die der englische
Deismus längst entwickelt hatte. Die rücksichtslose Anwen-
dung des Rationalismus aber zur populären Rechtfertigung
der demokratischen Republik war eine einflussreiche That,
weil sie geschah, unterstützt durch die grossen Thatsachen
der Revolutionen in Amerika und Frankreich.
S 5. Burke.
Der grösste Gegner der Ideen der französischen Revolution
in England ist Edmund Burke. Er wandte sich zunächst gegen
Paine und andere mehr populäre Schriftsteller und Politiker.
Wollen wir aber die zwei wichtigsten geistigen Strömungen, die
an der Wende des Jahrhunderts in England herrschten, in
Ihren bedeutendsten und charakteristischsten Vertretern er-
kennen, so müssen wir Bentham und Burke einander gegen-
über stellen. Bentham ist ein zurückgezogener Philosoph, der
ücksichtslos die Consequenzen eines, wenn auch empirisch
gefundenen, ersten Satzes zieht; der weder redend noch han-
delnd je in’s praktische Leben eingriff, der jedes Gefühl
prineipiell aus seinen nüchtern rechnenden Betrachtungen
ausschloss — Burke dagegen ein wirksamer Parlamentarier,
der grösste politische. Redner aller Zeiten, der stets nur von
der Fülle der Thatsachen ausgeht und bei jedem Satz, den