Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Burke,

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wöhnt werden; frühzeitig auf die öffentliche Meinung sehen;
auf so hohem Boden stehen, dass man einen grossen Blick über
die weitverzweigten und unendlich verschiedenartigen Combina--ionen
 von Menschen und Interessen in einer grossen Gesellschaft
zewinnt; Zeit haben zum Lesen, Nachdenken und Besprechen ; im
Stande sein, höfliche Beachtung den Weisen und Gelehrten zu
arzeigen, wo immer sie sich finden; im Heere gewohnt werden
 zu befehlen und zu gehorchen; gelehrt werden im Streben
 nach Ehre und Pflichterfüllung die Gefahr zu verachten;
gebildet werden zum höchsten Grad von Wachsamkeit, Vorsicht
 und Umsicht in einer Lage, in der kein Fehler straflos
begangen wird und die kleinsten Irrthümer die vernichtendsten
 Folgen nach sich ziehen; angeleitet werden zu einem
wohlgehüteten und wohlgeordneten Verhalten aus dem Gefühl
heraus, dass man als ein Lehrer seiner Mitbürger in den
höchsten Fragen gilt und dass man als Mittelsmann zwischen
Gott und Menschen handle; verwendet werden :als Verwalter
von Gesetz und Recht und dadurch zu den höchsten Wohlthätern
 der Menschheit gehören; hohe Wissenschaft oder freie
geistvolle Kunst berufsmässig treiben; zu den reichen Kaufleuten
 zählen, deren Erfolg die Annahme eines scharfen und
energischen Verstands, der Tugenden des Fleisses, der Ordnungsliebe,
 der Beharrlichkeit und Beständigkeit und der gewohnheitsmässigen
 Pflege wechselseitiger Gerechtigkeit begründet
 — — das sind die Verhältnisse, in denen sich das
bildet, was ich natürliche Aristokratie nenne und ohne das
as keine Nation giebt.“ .
Man sieht, Burke ahnt, dass auch der mobile Reichthum
in Folge seiner Bevorzugung besondere Pflichten hat; er erkennt
auch 1792, dass es in Irland das grösste Uebel ist, dass dort
Aurch Unterdrückung ein Pöbel ohne aristokratische Gliederung
 entsteht — aber wie unentwickelt bleiben diese Ansätze
von Gedanken über sociale Verhältnisse! In den „Thoughts
and Details on Scareity“ von 1795 beweist Burke, dass er
keine Ahnung von der grossen Aufgabe des aristokratischen
und monarchischen Staats hat, das materielle Elend der unteren
Massen zu mildern. Der Staat könne, so meint Burke, über-
            
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