Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Verfolgung ihrer wirthschaftlichen Zwecke werden die Indi- 
viduen als abgesondert von einander, als unabhängig neben 
einander stehend betrachtet. Alle wirthschaftlichen Verbände ) 
werden als nicht vorhanden oder als schädlich angesehen. 
Die Gedanken der „classischen“ Nationalökonomen wer- 
den später mit Vorliebe vom Mittelstand erfasst, wodurch sich 
eine vorläufig nur geistige Trennung desselben von den Bestre- 
bungen des Arbeiterstandes vorbereitet, 
Hierdurch wird es gerade für eine social- politische Be- 
trachtung unerlässlich, den Anfängen der Nationalökonomie 
nachzuspüren. 
Die classische Nationalökonomie Englands beginnt mit 
dem Werk „Wealth of Nations“ von Adam Smith 1776. 
Kaum ein Werk des menschlichen Geistes hat grös- 
sere Anerkennung erfahren, als das Buch von A. Smith; 
Hildebrand schon vergleicht A. Smith mit Kant, er wie 
Roscher bezeichnen das Buch als ein solches, das die Ge- 
schichte des Fachs in zwei Hälften zerlegt. Ja man wird 
sagen können, dass mit diesem Buch die Nationalökonomie 
als solche erst beginnt. Es gab vorher eine Wirthschafts- 
polizei, es gab eine Vorgeschichte der Nationalökonomie in 
der Philosophie der Physiokraten.!) So wenig originell A. Smith 
1) Die Anlehnung Smith’s an die Physiokraten beweist eingehend 
und gut Leser „Der Begriff des Reichthums bei Adam Smith“. Heidel- 
berg 1874. Den Zusammenhang von A. Smith mit der Theologie der Zeit 
bespricht Cliffe Leslie in der Fortnightly Review, November. 1870... Was” 
las Princip der individuellen Freiheit auf wirthschaftlichem Gebiete be- 
trifft, so hatte A. Smith auch unter den englischen Nationalökonomen, 
nicht nur unter den Physiokraten und englischen Philosophen, bedeutende 
Vorläufer. Abgesehen von den von Roscher beschriebenen Freihändlern 
des 17. Jahrh. sei hier nur an Josiah Tucker und an Steuart erinnert. 
Tucker verficht in dem ersten der „Four tracts on Political and Commercial 
subjects, 3. Aufl.; Glocester 1776“, der schon 1758 geschrieben wurde, 
den Satz, dass jede Nation nur durch Arbeit und Fleiss reich wird, und 
jede an denY wirthschaftlichen Aufschwung der andern interessirt ist etc. 
Steuart sagt (s. deutsche Uebersetzung seiner „Grundsätze der Staatswirth- 
schaft 1769, Buch 2, cap. 831): „Man muss voraussetzen, dass in Dingen, 
die das Puhlikum betreffen. jeder aus dem Beweggrunde des Privatnutzens
	        
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