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Erstes Buch, Cap. 2.
nicht den Werth der Producte bedinge, dass aber doch bei
Waaren, zu deren Production fixes und umlaufendes Capital
in verschiedenem Verhältniss oder Capital von ungleicher
Dauerhaftigkeit etc, angewendet wird, der Preis trotz gleicher
Hervorbringungsarbeit differire.
Das Gesetz über den Werth gilt also nur für einen Theil
der Waaren und für diesen um so weniger vollständig, je
wichtiger das fixe Capital wird. Ricardo rettet den Satz als
eine allgemeine Regel, indem er hehauptet, die beliebig vermehrbaren
Waaren seien bei Weitem die Majorität der Waaren
und die Preisbeeinflussung durch die Höhe des Zinsfusses in
Folge verschiedenartigen Capitals sei geringfügig im Vergleich
mit der Preisbestimmung durch die Arbeitsmenge.
Wie kläglich ist das Resultat, trotz der einfachen Hypothesen,
von denen der Verfasser ausgeht! Er selbst wirft
seinen Satz factisch gleich wieder um. Warum stellt er ihn
zuerst auf?
Es mag bei ihm der Drang nach einfachen Formeln überhaupt
sehr wirksam gewesen sein; dass er aber gerade diese
Formel erfand, das kam nicht nur daher, dass er den einfachsten
der verschiedenen bei Adam Smith vorkommenden
Gedanken herausgriff. In dem Naturrecht des vorigen Jahrhunderts,
an das ja auch Ricardo unbewusst anknüpft, lag
die Auffassung begründet, dass die unbeschränkte individuelle
Freiheit auf wirthschaftlichem Gebiete die absolute natürliche
Gerechtigkeit verwirklichen müsse,
Was nun ist dem unkritischen Gerechtigkeits- und Billigkeitsgefühle
entsprechender als die Forderung, dass Jeder um
zo mehr erwerben solle, als er leistet? DBasirt man das
Eigenthum auf Arbeit und betrachtet das Eigenthum eines
jeden Einzelnen als Product seiner Arbeit, so ist das erworbene
Eigenthum der Entgelt für die Leistung jedes Einzelnen,
Ist der Werth dieses erworbenen Eigenthums oder Arbeitsproduets
von der Arbeitsmenge allein abhängig, so ist die
volle Gerechtigkeit erreicht.
D. h. der Satz, dass die Herstellungsarbeit allein den
Werth aller Güter bestimme, ist ein Postulat einer nicht durch-