D. Ricardo.
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aber lassen sich gewisse praktische Tendenzen nebenbei be-
merkt nicht verkennen, .
Ricardo verlangt allmälige Verminderung der Noten, bis
sie wieder al pari stehen, d. h, bis die richtige Geldmenge
wieder vorhanden ist und dann Wiederherstellung der Ein-
\ösungspflicht. — Dies ist ein ganz richtiger Vorschlag zur
Wiederherstellung der Baarvaluta und eines geordneten Geld-
wesens; allein wie kommt Ricardo zu der Klage, dass bei der
bisherigen Entwerthung alle Gläubiger verloren haben und
bei folgender weiterer Entwerthung noch unberechenbar mehr
verlieren können, während er mit keinem Worte bedauert,
dass die Wiederemporhebung der entwertheten Noten auf den
Nennwerth alle Gläubiger begünstigen muss, die unter der
Herrschaft des entwertheten Papiers dargeliehen haben? Ein
Verlust des Geldeapitals also ist ein Unrecht, ein Gewinn
aber nicht! Man denkt unwillkürlich daran, dass Ricardo
Staatsgläubiger war, wenn man seinen Eifer für Wiederher-
stellung der Baarvaluta mit Cobbett’s Ansichten über Staats-
schuld und Banknoten vergleicht.
Gewiss, die Wiederherstellung der Baaryvaluta war eine
Nothwendigkeit. Sollten aber bei dieser Maassregel nicht die.
jenigen Staatsgläubiger, die während des Kriegs mit dem
Staate contrahirt hatten, unverhältnissınässig begünstigt wer-
den, so musste mit dieser Wiederherstellung zugleich eine
starke Besteuerung des Besitzes verbunden werden, und da-
von schweigt Ricardo, Bei der Bank- und Staatsschuldfrage
schieden sich also schon im Anfange des Jahrhunderts bürger-
liche und proletarische Radicale und beide verfielen in Extreme,
ohne die wahre Lösung der Frage zu finden, die nur in der
vereitwilligen Uebernahme von höheren Pflichten der Reichen
zegen den Staat hestehen konnte.
Eine andere. Tendenz liegt in Ricardo’s Anklage, dass in
der Verbindung der Bank mit dem Staate die Ursache des
ganzen Unheils liege.
Die Schrift gegen Bosanquet ist sehr geschickt polemisch
gehalten und enthält keinerlei neue positive Ansichten. In
den Proposals kehrt die Quantitätstheorie von 1809 unverändert,