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Erstes Buch, Cap. 2.
thus’sche Ideal von der relativen Zunahme der Mittelclassen
muss zuerst, oder doch selbständig, angestrebt werden; es wird
sich niemals aus moralischer Enthaltsamkeit eines hoffnungslosen
Proletariats entwickeln. Es ist gewiss weise, dass Malthus
gesetzliche Heirathsbeschränkungen verschmäht; dass er aber
alle Verbesserung der Lage der untern ‘Classen nur von der
moralischen Enthaltsamkeit und diese nur von wachsender
Einsicht und Belehrung durch Schulen erwartet — dies erinnert
in der That an die Schwäche jener zahlreichen manshesterlichen
Optimisten und Weltbeglücker, die allen denkbaren
socialen Missständen gegenüber immer wieder nur das
unfehlbare Mittel vermehrter Bildung anzupreisen wissen.
Dies ist die eigentliche Schwäche von Malthus und er hat
im Grunde allein schädlich dadurch gewirkt, dass er in seinem
Eifer gegen Communismus die Bedeutung gemässigter
socialer Reform und socialer Organisation durch planmässige
That von Gesellschaft und Staat unterschätzte. Er vergass,
dass unsinnige Vermehrung des Proletariats nur mit der Abnahme
des Proletariats selbst abnehmen, nur mit seinem Verschwinden
selbst verschwinden kann, dass eine gesundere Ver-‘heilung
— nicht Gleichheit — des Besitzes Voraussetzung,
nicht Folge einer vorsichtigen Bevölkerungsvermehrung ist.
Van sieht, nicht nur im Dienste des bürgerlichen und proletarischen
Radicalismus, auch im Dienste des altenglischen
Conservatismus erzeugt die Neigung zu den Principien des
“ndividualismus und des Laissez faire schliesslich unhaltbare
Abstractionen!
Ja, man wird sogar sagen können: Wenn Malthus gegenaber
den bestehenden Armengesetzen behauptet, kein Indivi-Juum
habe der Gesellschaft gegenüber ein Recht auf Existenz,
so ist dies nur insofern wahr, als es keine Einrichtungen
giebt, die einer beliebigen Menge von Menschen das
Alter des Psalmisten sichern können: aber der menschlichen
is correct. But the actual operation of the thing is in an inverse ratio.
The demoralization of the people is keeping pace exactly with the reduction
of the price of labour“, d. h. bei hohem Lohn entsteht Vorsicht, bei
niedrigem Leichtsinn in Bezug auf die Fortpflanzung.