Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Chalmers.

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Unternehmungen; Verbreitung von Bildung im Volke; freundliche
 Aufnahme von Fremden; Wetteifer und Energie, hervorgerufen
 durch Ungleichheit des Besitzes. — — Es ist sicher,
dass nichts uns in höherem Grade klarsehend und scharfsinnig
macht als der Wunsch, unsere eigenen Interessen zu verfolgen.
— — Das Princip, dass die Individuen im Allgemeinen ihren
eigenen Vortheil selbst am besten erkennen, ist jetzt allgemein
als das allein wahre und sichere anerkannt. Kein Schriftsteller
 von Autorität hat in der jüngsten Zeit gewagt, die
veraltete und unhaltbare Lehre aufrecht zu erhalten, dass die
Regierung in die Bestrebungen der Unterthanen regulirend
mit gutem Erfolg eingreifen könnte. Ihre Aufgabe ist es,
Ordnung zu halten, zu verhindern, dass die Einen den Andern
 Unrecht thun, kurz, gleiche Rechte und Privilegien Aller
aufrecht zu erhalten. Aber sie kann keinen Schritt weitergehen,
 ohne das Princip.der Nichtintervention’ zu verlassen
und sich dem Vorwurfe der Parteilichkeit und Ungerechtigkeit
 auszusetzen *‘

S$ 4. Die conservativen Nationalökonomen.
Auf keinem Gebiete feierte der Utilitarianismus grössere
 Triumphe als auf dem der Nationalökonomie, Man isolirte
 die Betrachtung der wirthschaftlichen Erscheinungen und
wendete den utilitarischen Gesichtspunkt auf diesem Gebiete
 dann als etwas ganz Selbstverständliches an. Auch”dass
die classische Nationalökonomie auf dem wirthschaftlichen
Gebiete in weitgehendster Weise individuelle Freiheit verlangte,
 erregte verhältnissmässig wenig Anstoss, der Zusammenhang
 des Postulats des laissez faire auf wirthschaftlichem Gebiet
mit dem politischen Individualismus wurde weniger bemerkt,
weil weitgehende wirthschaftliche Freiheit in England praktisch
schon weit früher als anderswo bestand.
Wir haben heute erkannt, dass die Nationalökonomie
der Physiokraten, sowie die von Adam Smith und Ricardo
gerade die ausgebildetste Frucht des Individualismus und
            
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