Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Sadler. 
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den Gewinn bestimme — aber die collectiven Arbeiter und 
Capitalisten bleiben doch nur Summen gut erzogener und ver- 
ständiger Individuen. — Chalmers zeigt anerkennenswerthen 
guten Willen, beachtenswerthe Ansätze höherer Einsicht, 
zerstreute Anfänge einer Opposition gegen den Geist des 
Manchesterthums, aber seine Lehre war kaum mehr als die 
von Malthus selbst, im Stande den beherrschenden Einfluss 
des Ricardo’schen Geistes zu brechen, . 
Kigenthümlich steht mit Chalmers in Geistesverwandt- 
schaft und zugleich in Widerspruch Thomas Sadler!). Dieser 
eonservative und warmherzige Freund der Arbeiter hat seine 
Hauptwirksamkeit nach 1832 im Parlament entfaltet, wo er 
gegen das neue Armengesetz und für die Fabrikgesetze 
kämpfte. Doch muss er seiner Ideen halber schon hier er- 
wähnt werden, da er schon vorher als Redner und Schrift- 
steller seine Gedanken entwickelte. 
Sadler war als Theoretiker weniger scharf und klar als 
Chalmers, aber er hatte eine bewusste leidenschaftliche Sym- 
pathie für die Arbeiter und Armen und einen weit schärferen 
Blick für die socialen Gegensätze der. Zeit. Er war weniger 
ein Vertreter der Staatskirche, aber stark erfüllt von werk- 
thätiger christlicher Liebe. Ausgehend von der Bibel, als dem 
Worte Gottes, wandte er alle Kraft an, den arbeitenden 
Ülassen praktisches Wohlwollen zu erzeigen und Hofffiung 
bei ihnen zu erwecken. Ein zu keinen Compromissen ge- 
neigter einseitig vorgehender Enthusiast, setzte er sich in 
principiellen Widerspruch zu der auf Egoismus basirten Laissez- 
faire-Doctrin, um die arbeitenden Classen von der ausbeuten- 
len Herrschaft des Capitals zu befreien und sie durch eine 
von christlichem Geiste erfüllte positive Hülfe des Staats 
zu heben. 
1) S. Memoirs of the Life and Writings of M. Thomas Sadler M. P.,, 
“ Rı 8. London 1842, 
Held, Socufesch. Engl:
	        
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