J. Bentham.
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Versprechungen hält, abgeleitet, sondern nur aus dem Nütz-
lichkeitsprineip, aus welchem ja ebenfalls die Pflicht, Ver-
sprechungen zu halten, ihrerseits erst folgt.
In seiner ersten Schrift bereits stellt Bentham Prineipien
auf, deren consequente Anwendung zu absolut revolutionären
Folgerungen führen musste. Die Idee der persönlichen Frei-
heit ist schon auf’ die Spitze getrieben, indem das individuelle
vernünftige Urtheil — die Ueberzeugung, nicht das Gewissen —
durch Nichts, auch nicht durch den eigenen in eine dauernde
Ordnung einwilligenden Entschluss gebunden werden kann.
Dass daraus nur absolute Anarchie folgen kann, das sieht
Bentham nicht, weil er mit seinem Postulat der Souveränetät
der individuellen Vernunft die nicht weiter ausgeführte Fiction
einer sehr grossen Gleichartigkeit dieser Vernunft bei allen
Menschen verbindet, derzufolge sie als leidenschafts- und ge-
fühllose Automaten, die über die grösste Nützlichkeit specu-
liren, zu gleichartigen Resultaten gelangen müssen. . Die
Menschheit‘ ist für Bentham nur ein Aggregat. und zwar ein
Aggregat gleichartiger Atome.
Er sagt, ein allgemeines Erkennungszeichen dafür, ob der
STössere Nutzen auf Seiten des Widerstands liege, zu geben,
sei nur derjenige im Stande, der mehr sei als ein Prophet —
und doch übernimmt er unbewusst selbst diese Rolle, die
höher ist als die des Propheten, indem er im Namen aller
Menschen das Prineip ausspricht, nach welchem Alle handeln
Sollen und werden, und sich offenbar für fähig hält, die sämmt-
lichen Consequenzen dieses Princips durch eine allgemeine
Codification des Rechts so zu ziehen, dass alle Menschen die-
selben anerkennen werden und müssen.
Noch tritt der Autor persönlich bescheiden auf; und doch
treibt ihn der blinde Eifer einseitiger Kritik sowohl, wie die
Opposition gegen jede Autorität schon jetzt dazu, seine eigene Mei-
"ung mit der Vernunft überhaupt zu verwechseln.
Aufgestellt zum Zwecke specieller Kritik ist das Grund-
Princip dennoch ein umfassendes und rein negatives — der
Natürliche Ausgangspunct einer anarchischen Demokratie, In
lem auf die Spitze vetriebenen Rationalismus und Individualis-