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Erstes Buch, Cap. 3.
Stuart Mill blieb seinen Jugendideen im Grossen und
Ganzen bis an sein Ende treu; er wurde einer der populärsten
Schriftsteller Englands. Es wäre später zu zeigen, wie er
den allmäligen Sieg des Radicalismus repräsentirt. Betrachten
wir hier die Zeit vor 1832, so war die Westminster-Review
natürlich kein Werk aus Einem Guss, das lediglich ein scharf
ausgeprägtes Programm vertrat. Stuart Mill selbst erzählt
uns, wie viele Artikel den jüngeren Mitarbeitern nicht ge-
fielen !). Aber alle ihre wichtigen Artikel machten die Prin-
eipien des Radicalismus bekannt und populär, so namentlich
schon .die ersten Artikel des älteren Mill, von denen der
Sohn erzählt. Sie machte von Anfang an Front gegen die
Whigs, allein es fehlte jener übersprudelnd giftig agitatorische
Charakter, den wir in Cobbett’s Schriften finden — sie war
geeignet, in dem denkenden Theil der gebildeten Jugend Eng-
lands einen individualistischen Liberalismus: zu erzeugen, der
wohl warme Ueberzeugungstreue, aber nicht die gehässige
Leidenschaft eines ökonomisch gedrückten Standes besass. Es
war ein ehrlicher Radiealismus, den die getreuen Benthamiten
der Westminster - Review vertraten — doch ein Bourgeois-
Radicalismus, der noch vieles neu erringen wollte, aber auch
schon Errungenes zu bewahren hatte.
Greifen wir aus den älteren Jahrgängen der Review
1) Was Stuart Mill über das Verhältniss von Bentham und der klei-
nen Benthamitischen Schule zu der Review erzählt, wird durch das Vor-
wort zu einem Artikel October 1826 S. 446 bestätigt und ergänzt. Es
ist dies ein Artikel von Bentham selbst über ein Buch von James Hum-
phrey. Im Vorwort der Redaction heisst es: „Es ist selten, dass unsere
(der Review) Meinungen nicht von unserer ganzen Gesellschaft (corps) ge-
theilt werden, noch seltener, dass ein Artikel veröffentlicht wird, ehe er
nicht mehr als einem Urtheil unterworfen worden ist. Der folgende Auf-
satz aber ist unverändert, wie er aus der Feder des Verfassers (Bentham)
kam , veröffentlicht. — Wir halten den Geist Benthams in höchster
Achtung und haben die legislativen Gesichtspuncte dieses grossen Rechts-
gelehrten, den wir als Begründer eines neuen und besseren Systems be-
trachten, stets aufrecht erhalten — man wird uns verzeihen, wenn wir in
diesem speciellen Fall von der bewährten Form, die Ansichten eines Re-
viewers zu überliefern. abweichen.‘