Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Cobbett.

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er verlangte Abschaffung des stehenden Heers und Säcularisation
 des Kirchenguts, nahm für die Katholiken Partei — —
aber immer bleiben Papiergeld, Staatsschuld und Steuern die
eigentlichen Objecte seiner Leidenschaft, worin Cobbett so
einseitig bleibt, dass nach seiner Ansicht nicht die Zehnten
und die Armentaxen, sondern nur die Staatssteuern das Volk
drücken. Letztere sind sogar nach Cobbett allein an den
hohen Brodpreisen und den durch die Grossindustrie. hervorgerufenen
 Uebelständen Schuld.
Cobbett war und blieb Radiealer gleichsam von Natur,
weil es ihn innerlich drängte in irgend einer Richtung kämpfend
und mit möglichster Schärfe vorzugehen, und nicht, weil er
für die politischen Ziele des damaligen Radicalismus aus Ueberzeugung
 besonders begeistert gewesen wäre, Er hatin Bezug
auf allgemeines Wahlrecht seinen Genossen nachgegeben,
allein er blieb doch unabhängig gegenüber Attwood, dessen
Schwärmerei für Papiergeld er entschieden ablehnte. Er liess
Sich auch niemals so weit hinreissen, sich für die Republik
zu begeistern, vielmehr war er — ungleich Bentham — noch
1833, wie stets vorher, ein Anhänger der englischen Verfassung
 mit König, Lords und Gemeinen, ja, trotz aller zunehmender
 Vorliebe. für Amerika blieb er der Ansicht, dass
die dort in der Republik aufwachsende Geldaristokratie die
Schlechteste aller Aristokratien sei, Die Leidenschaften des
Volkes und das Verlangen der Armen nach Verbesserung
ihrer materiellen Lage förderte und benutzte er; die aus verzweifeltem
 Hunger zu Verbrechen getriebenen Ludditen wusste
er zu entschuldigen, zugleich aber belehrte er dieselben eingehend,
 dass es unrecht und unsinnig sei, die Maschinen zu
zerstören (Juli 1812, November 1816, Januar 1817). Den
Spence’schen Communismus perhorreseirte Cobbett ausdrücklich
 und wenn er auch ganz gelegentlich über die. spinninglords‘“
 höhnte und die Schäden der Grossindustrie anerkannte
(August 1807, November 1824, December 1830), so betrachtete
er die Excesse des industriellen Grosscapitals doch nur als
Folge der hohen Steuern. der Staatsschuld und des Papier-
            
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