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Erstes Buch, Cap. 4.
Literatur im modernen England sich in Leidenschaft und
Gleichheitslust beständig steigernd, schliesslich zu Sätzen ge-
langte, welche heute dem „Vorwärts“ zur Zierde gereichen
würden. Auch in England bewährt sich der Satz, dass die
Socialdemokratie die letzte Consequenz nicht des Liberalismus.
aber des extrem-individualistischen Radicalismus ist. —
& 5. Rückbliek.
Von der Entwicklung, die in den vorigen Capiteln ge-
schildert ist, erhalten wir ungefähr folgendes Bild.
Der Individualismus erwacht in England zu neuem Leben
durch den Abfall der amerikanischen Colonien und durch die
französische Revolution. Aber es sind vorerst einzelne Schrift-
steller, die entweder ganz als Theoretiker auftreten, oder
deren praktische Thätigkeit — wie die Paine’s — nur wenig
bedeutet. Indessen entsteht nach und nach in denjenigen
Classen Englands, die sich als minderberechtigte gegenüber
dem das Parlament beherrschenden Grundbesitzerstande fühlen,
ein Geist der Verneinung und des Widerstandes, ein Ver-
langen nach Ausdehnung von Rechten, das Streben für das
Individuum als solches gleichen Antheil an der politischen
Macht zu erlangen — wobei man sich bald auf Gründe der
Zweckmässigkeit, bald auf das Naturrecht berief.
Den so emporstrebenden Classen bleibt es vorläufig un-
bewusst, dass sie.unter sich keineswegs gleichartig sind; sie
greifen gemeinsam das Bestehende an, bald einzelne Maass-
regeln, bald umfassende Institutionen, und sie finden endlich
im Rufe nach allgemeinem Wahlrecht ihr gemeinsames Feld-
geschrei. Die Lehre des Individualismus greift ein in die
englischen Verfassungskämpfe, sie lehnt sich auf gegen die
bestehende Ordnung und das hergebrachter Weise Geltende-
sie wird zum Radicalismus,
Die Forderung eines allgemeinen gleichen Wahlrechts
stand, trotz des ausdrücklichen Festhaltens Vieler an den
alten Grundlagen der englischen Verfassung, gerade mit dieser
Verfassung in unlösbarem Widerspruch; denn die Verfassung.