Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

W. Thompson. 
879 
welche sich unter den Arbeitern, die Owen’s Fahnen folgten 
(z. B. auch bei Lovett), vielfach zeigte, in Owen’s Geist aber, 
der dem eigentlich Politischen abgeneigt war, nur unbewusst 
vorlag. 
In seinem Buche „An Inquiry into the principles of the 
Distribution of Wealth most conducive to Humahı Happiness 
applied to the newly proposed System of voluntary equality 
of Wealth‘, London 1824, geht Thompson unbedingt von dem 
Nützlichkeitsprineip aus, indem er aber sofort betont, der 
Mensch sei ein complicirtes, zugleich geistiges und materielles 
Wesen. Er sucht eine Mitte zwischen dem die intellectuellen 
und moralischen Kräfte einseitig überschätzenden Godwin und 
den materialistischen Nationalökonomen, denen gegenüber er 
besonders betont, dass für das wahre Glück der Menschen 
die Vertheilung der Güter wichtiger sei als die Zunahme ihrer 
Gesammtmenge; der Grund hiervon liege hauptsächlich darin, 
dass eine gesunde Vertheilung die Moralität hebe. 
Gewaltsame gleiche Vertheilung sei verfehlt; das Problem 
Sei Gleichheit und Sicherheit, gerechte Vertheilung und 
fortgesetzte Production miteinander zu versöhnen. 
Die Begriffe von Glück und Gerechtigkeit sind zwar 
Nicht eingehend untersucht; doch zeugt die Stellung des 
Problems von Geist und Studium. Sie erinnert stark an 
Bentham, dem Thompson wörtlich folgt, indem er (Cap. 1) 
jene Vertheilung verlangt, welche das grösste Glück der 
Srössten Zahl erzeugt. Er fügt aber — sich über den rein 
Mdividualistischen Standpunet erhebend — hinzu, die „gröSste 
Zahl“ dürfe nicht eine Majorität, sondern müsse „das Ganze‘, 
die „Gesammtheit‘“ sein. Dies Glück der Gesammtheit werde 
Nicht ‘durch gezwungene Arbeit oder unbeschränkte individuelle 
Concurrenz, sondern durch „mutual Cooperation“ begründet. 
Darauf entwickelt Thompson noch im ersten Capitel ein 
Programm von 15 Sätzen, deren näherer Ausführung dann 
das ganze Buch gewidmet ist. Das Programm beginnt mit 
Cinigen Allgemeinheiten wie: die Arbeit sei die einzige 
Schöpferin und das einzige allgemeine Maass der werth- 
habenden Güter (wealth); diese müssten so vertheilt werden,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.