Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Literatur. 
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des Staates. Doch ist er der Meinung, im Grunde seien die 
Interessen der Arbeiter und der Arbeitgeber identisch, nur sei es 
für den einzelnen Arbeiter schwer, dies zu erkennen — daher 
seien Productivassociationen , resp. „industrial partnerships“, als 
Einrichtungen., die den Arbeiter am Gewinn des Geschäfts bethei- 
ligen, empfehlenswerth: ein Vorschlag der tür die damalige Zeit 
ein objectives Nachdenken über die sociale Frage yerräth. 
Gaskell, the manufacturing population of England, London 
1833, nimmt oft Bezug auf Babbage; ‚das Werk hat aber mehr 
zum Zweck, die menschliche Seite der Industrie- Entwicklung klar 
zu legen. Es ist eines der ältesten Bücher, die überhaupt die 
sociale Lage der Arbeiter der Grossindustrie darstellen. Das Buch 
enthält zumeist allgemeine Sehilderungen der damaligen Verhält- 
nisse, nebst Betrachtungen darüber. Die Schilderungen sind 
anschaulich, die Betrachtungen maassvoll, frei von einseitiger Partei- 
nahme für die Arbeiter. Als grösstes Uebel erscheint immer die 
sittliche Verwilderung in den Bezirken der Grossindustrie; die 
Auflösung der Familienbande, sowie das Leben in den grossen 
Städten sind es, worauf der Verfasser hauptsächlich das Augenmerk 
richtet. Die Entstehung der Grossindustrie ist etwas einseitig auf 
die Anwendung des Dampfes zurückgeführt; die Geschichte ihrer 
Entwicklung ist kurz und ohne Anführung von Einzelheiten erzählt 
(aus ihr hat F. Engels manches Gute entnommen) und man hat 
den Eindruck, dass der Verfasser ‚unparteilich und von guter 
Gesinnung ist. 
Als die eigentlichen Lobredner der Grossindustrie erscheinen 
Baines und Ure. 
E. Baines jr., history of the- cotton manufacture in Great 
Britain, 1835, ist ein sehr viel benutztes, resp. abgeschriebenes 
Buch, welches die wichtigsten Daten in der Entwicklung dieses 
Industriezweiges übersichtlich zusammenstellt, Der Verfasser macht 
den Eindruck eines durchaus ehrlichen aber mehr oder minder 
beschränkten politischen Liberalen und religiösen Dissenters, der 
in Bezug auf die allgemeine culturfördernde Wirkung der GToss- 
industrie viel Wahres beibringt, viel Gutes ernstlich will und viele 
Schattenseiten — nicht sieht. 
Ure’s Philosophy of manufactures (wovon ich die dritte Auf- 
lage von 1861 benützte; die Vorrede des Verfassers ist von 1835) 
enthält ebenfalls viel brauchbare Zusammenstellungen. von That- 
Sachen. Der Titel „Philosophy‘“ ist im englischen Sinne zu nehmen, 
bedeutet also etwa, was .wir Theorie nennen. Ure ist vor Allem 
T echnologe und schildert die fortschreitende Technik in Wort und 
Bild. Damit sind dann verschiedene historische Bemerkungen und 
Betrachtungen über die socialen Wirkungen der. Grossindustrie ver-
	        
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