Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Lehrlingswesen. 
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{n anderen Gewerben wurde das Institut der Lehrlinge 
offenbar nur beibehalten, um arme Kinder unter dem Namen 
von Lehrlingen im schroffsten Gegensatz zu dem Geist der 
alten Gesetze auszubeuten, z. B. in den Kohlenbergwerken, 
von denen der Children Employments Report I. 1842 (S. 255, 
No. 5) sagt: 
„In einigen Districten befindet sich eine kleine Zahl von 
Kirchspiel - Lehrlingen, die bei ihren Meistern bis zum 
21. Lebensjahr aushalten müssen, in einer Thätigkeit,.zu der 
man durchaus keiner Geschicklichkeit bedarf; oft werden sie 
sehr schlecht behandelt und haben das bedrückende Bewusst- 
sein, dass, während ihre freien Altersgenossen schon so viel 
wie ein Erwachsener verdienen können, sie nur Kost und Be- 
kleidung erhalten.‘ 
Die Kirchspiellehrlinge waren Armenkinder, welche durch 
die Armenbehörden zwangsweise in Lehrlingschaft gegeben 
wurden. ; 
Das erwähnte Recht der Armenbehörden gegenüber den 
essen, aus dem gleichen Gründ. Der Meister schlägt ihn oft mit einem 
Stock auf die Hand. 
* * * Zwölf Jahre alt, Klinkenmacher; hat nicht genug zu essen; 
der Meister fucht ihm alle Tage. Der Meister schlug ihn einmal mit der 
Faust nieder; hieb ihn über das Gesicht und stiess ihn mit den Füssen, 
als er hinfiel; stiess ihm den Kopf an den Holzklotz, dass er einige Minu- 
ten nicht wusste, wo er war. Als er wieder zu sich kam. fluchte der 
Meister. 
* * Zwölf Jahre; der Meister schlägt ihn mit einem fingerdicken 
Stock jede Woche recht oft, weil er manchmal nicht so gut arbeitet*tie 
Zewöhnlich, was daher kommt, dass er oft arg Kopf- und Magenweh hat. 
* * Sechzehn Jahre alt; der Meister lässt ihn arbeiten von 6 Uhr 
morgens bis 10 oder 11 in der Nacht so viel er kann. Und wenn er’s 
Nicht thut, bekommt er kein Nachtessen. Haut ihn mit einem dicken 
Riemen oder Stock. Hat ihm den Kopf fünf Mal aufgeschlagen, einmal 
mit einem Schlüssel, zweimal mit einem Haken. Trieb ihm die Spitze 
eines Hakens zweimal in den Kopf mit einem Riegel oder Schloss. 
* * Vierzehn Jahre alt; war 3 Jahre im Hause des Meisters. Hat 
keinen Lohn; hat bis zum 21. Jahr zu dienen. Der Meister behandelt 
ihn schlecht, die Meisterin noch schlechter, ist ein Teufel, schlägt ihn 
und stösst ihm den Kopf an die Wand. —
	        
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