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Zweites Buch, Cap. 1.
mit der Einführung von Maschinen zusammen und begann
etwa 1790°). Arbeitseinstellungen waren an der Tagesord-
nung und die Lehrlinge betheiligten sich an denselben mit
den erwachsenen Arbeitern. Das Hauptstreben der Arbeiter
war auf Beschränkung der Lehrlingszahl gerichtet um dadurch
den Lohn indireet zu erhöhen. Die Löhne waren gegenüber
anderen Gewerben nicht besonders niedrig, sie betrugen durch-
schnittlich 25 Sh. pro Woche bei Stücklohn. Sie wechselten
aber stark und die Arbeiter kamen oft ausser Verdienst.
Das Committee, welches diese Verhältnisse untersuchte, ist
nur eventuell für Einführung von staatlichen Maassregeln
and wünscht, dass zunächst versucht werde, ob nicht bei
beiderseitiger Freiheit die Parteien vertragsmässig ihre Ver-
hältnisse reguliren würden. Es beruft sich darauf, dass nicht
aur im Bereich der Spitalfieldsgesetze, sondern allgemein in den
„mechanical professions‘‘ die Regel bestehe, dass kein Meister
mehr als 2—3 Lehrlinge annehme — und diese Regel beruhe
auf allgemeinen Abmachungen zwischen Arbeitern und
Meistern %. Als Beweis wird angeführt ®), dass in Lancashire
allerdings die Zahl der. Lehrlinge und Arbeiter gleich gross
zei, dass aber in der Umgebung von London, wo die Verhält-
nisse zwischen den Parteien freundschaftlich geregelt werden,
aur 37 Lehrlinge auf 216 Arbeiter kommen.*)
Man sieht deutlich, dass in diesem jungen Gewerbe nicht
der Mangel an Ordnung und Regulirung die Arbeiter bedrückt,
sondern dass diese erst durch die wachsende Macht des Capi-
sals, die beginnende Fabrikation in grossem Maassstab und
die stärker wechselnden Conjuneturen in Noth geriethen. Bei
der grösseren Macht des Capitals ergab es sich, dass der vor-
handene Rest der alten Ordnung, das Coalitionsverbot, ledig-
lich zu Ungunsten der Arbeiter wirkte. Und der Gedanke,
der nun vor Allem auftauchte, war nicht die Einführung einer
zwingenden Ordnung mit Lohnregulirung, sondern der, dass
1) Minutes of Evidence respecting Calico Printers 1804, S. 9.
?) Report von 1806 S. 6.
85, a. a. 0.8. 17.
HS, auch Minutes S. 87.