158 Zweites Buch, Cap. 1.
Druck auf die Löhne und am Ende unserer Periode, ja noch
weit in die folgende Zeit hinein war die Noth der Handweber
eine grosse öffentliche Calamität!) — ähnlich haben wir ja
auch in Deutschland in verschiedenen Gegenden chronische
Noth gerade der Weber zu verzeichnen. Die Weber, die einst
zur Zeit der Blüthe des Handwerks an der Spitze der indu-
striellen Arbeiterschaft standen, Zünfte und Städte dominirten,
zu Reichthum und Ansehen gelangten, litten nun bei Ein-
führung der Fabrikindustrie am längsten und stärksten.
In England hatte die Weberei noch 1788 einen neuem
Aufschwung erlebt und die Löhne stiegen damals auf 100 Pf.
St, per Jahr. Dies liess die folgende Noth einerseits um SO
starker empfinden, anderseits hielt die Erinnerung daran die
Leute um so mehr in dem Gewerbe fest. ?)
Die Noth der Handweber entstand zwar keineswegs auß-
schliesslich und direct durch die Concurrenz der Maschinen-
weberei. Sie war vielmehr schon vorhanden, als die Maschi-
1enweberei erst in äusserst schwachen Anfängen existirte-
Allein sie hing in ihrer Entstehung damit zusammen, dass die
neue Betriebsweise der Grossindustrie überhaupt ein Arbeite!-
proletariat schuf und sie wurde durch das langsame Umsich-
greifen der Maschinenweberei fortwährend erhalten und 8°
steigert. Die Betheiligten erkannten diesen Einfluss der
neuen Betriebsweise selten und täuschten sich meistens durch
die Thatsache, dass die Handweberei und Maschinenweber&
verschiedene Artikel erzeugten ?) — als wenn nicht jedesmal,
30 oft ein Artikel neuerdings der Maschinenweberei verfiel,
dadurch Arbeiter in die der Handweberei noch verbliebenen
Geschäftszweige gedrängt worden wären. Schadete doch sogar
der auf Maschinen gewebte Baumwollshirting der Leinenhand-
weberei. *)
Die Schilderung dieses Uebergangs zu neuer Productions
weise kann erst später erfolgen. Hier interessirt uns. dass
!) Handloom weavers Report 1834.
8. aa OS. 12.
3 Sa a O. S. 13, 77, 101, 102, 117, 147 etc. etc.
2 S a. a. O0. S. 108.