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Zweites Buch, Cap.1l.
welche man theils durch Gesetzesumgehung überspringt, theils
durch offene Agitation zu durchbrechen strebt. Wir sehen
also diesen Theil der alten Ordnung, welcher naturgemäss
nicht auf allgemeinen Gesetzen beruhte, sondern sich aus einer
Menge Specialbestimmungen zusammensetzte, in unserer Zeit
in vollster Auflösung.
Nur in Ausnahmefällen, in denen es sich um Heranzieh-
ung einer jungen Industrie handelte, sehen wir das System
noch in Kraft und wohlthätig wirkend. Das Leinengeschäft
in Inland wurde auf diese Weise in die Höhe gebracht, indem
man in Irland zwar die Verarbeitung von Wolle gegenüber
England zu unterdrücken suchte, dafür aber den Irländern
Jie Leinenindustrie lassen und diese heben wollte.
Seit der Königin Anna bestand in Irland ein „Board of
trustees appointed to superintend the concerns of the Jinen
and hempen manufacture“. Dasselbe war aus unentgeltlich
amtirenden, vom Chief Governor ernannten vornehmen und
reichen Leuten zusammengesetzt!), vertheilte Prämien und
veranstaltelte Experimente, vertheilte Utensilien etc. und
seine Wirksamkeit gereichte im Allgemeinen zur Zufriedenheit
Spinnschulen wurden in Irland schon frühzeitig errichtet 2).
Das Parlament hielt es 18253) für nöthig, die Thätigkeit
dieses Amtes zu untersuchen und gab allerlei Anregunge-
Einige ältere Vorschriften sollten erleichtert werden. Die Ar-
beitstheilung unter den irischen Webern wurde als ungenügend
bezeichnet. Vor allem wurde das Amt aufgefordert, darauf
zu sehen, dass nur Leinengarn „in a clear regular. made - up
state“ nach England komme. Und es wurde vorgeschlagen,
das Amt solle die Länge und Qualität der zu verkaufende
Producte feststellen — kurz, man hielt es im Allgemeinen
für gut, die alten Regulirungen dem Wesen nach aufrecht ZU
arhalten.
1) Report on the Laws which regulate the Linen Trade in Ireland
1822,
2) S. Report on Traders and Dealers in the Linen Manufactorf:
26. April 1751.
3) S. Zwei Renorts on the Linen Trade of Ireland 6. u. 22. J uni 1825.