Zweites Buch, Cap. 1.
man sich gewöhnt hatte, bestimmte Preisvorstellungen zu
verbinden —
472
Was so anfangs nöthig war, erwies sich lange als nütz-
lich, so lange als‘ die Verhältnisse bis zu gewissem Grade
stereotyp waren, d. h. so lange kein rascher Wechsel der
Qualitäten der Waare und ihrer Herstellungsweise stattfand,
und so lange der directe Absatz des Producenten an den
Consumenten ohne speculirende Zwischenhändler mit ausge-
dehnter Concurrenz vorherrschte. KEiner intelligent vorwärts
schreitenden Production und einem rege entwickelten Handel
gegenüber aber wurden solche auf den kleinen stätigen Markt
berechnete Massregeln unmöglich. Wir sehen, dass was von
ähnlichen Einrichtungen noch bestand, schon im 18. Jahrhun-
dert schwer lösbare Schwierigkeiten in der Ausführung be-
reitete, Das 19. Jahrhundert aber musste nothgedrungen
gründlich damit aufräumen.
Preistaxen und Marktpolizei bezogen sich natürlich auf
allgemein verbrauchte unentbehrliche Waaren. So bereitete
die Kohlenzufuhr nach London der Gesetzgebung grosse Sorge,
von der wir aber wegen der Existenz von geschlossenen Zünf-
ten in diesem Handelsgeschäft erst später reden werden.
Unter. strengen Bestimmungen stand der Butterhandel, in
welchem aber nichtsdestoweniger fortgesetzt Betrügereien statt-
fanden.)
Im März 1737?) wurde darüber gestritten, ob der Käse-
handel in Chester in der Hand der Factors bleiben oder regu-
lirt werden solle.
1762 wurde ®) petitionirt, dass den Metzgern das Schlach-
ten und Fleischverkaufen im Hause verboten und nur auf
öffentlichen Märkten gestattet werden solle. Im Avril und
1) Report on Butter Trade in Ireland 1826; ferner 36. Georg IIL
cs. 86 und 38. Georg IH. c. 783 und Journals of the House of Commons
Vol. 51 (Februar und März), Vol. 52 (5. Mai), Vol. 53 (7. Mai).
?) Journals Vol. 23 S. 69, 139.
3) Journals Vol. 29 8. 149.