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Zweites Buch, Cap. 3.
gesehen haben, das grössere Handelscapital zwischen die gewerblich
Arbeitenden und die Consumenten als beherrschende
Macht eingeschoben, Der Process war ein langsamer und begann
in der Tuchindustrie schon im Mittelalter selbst. Die
Verdrängung des Handwerkers von der Herrschaft über den
Markt hat eine unverkennbare Aehnlichkeit mit dem bekannteren
Process der Herabdrückung des freien Bauern in Abhängigkeit
von dem grossen Grundherrn. Letzterer Process
hat zugleich seine grosse politische Bedeutung und bei der
Unbeweglichkeit des Grund und Bodens konnten, mussten die
Abhängigkeitsverhältnisse sich fester consolidiren. Immer aber
bleibt die grosse Aehnlichkeit, dass in beiden Fällen ein
neuer socialer Herrenstand sich entwickelte, unter dessen Führung
die Production sich steigerte, sich durch grössere Arbeitstheilung
und bessere Technik vervollkommnete, In beiden
Fällen gewährten die Herrn dem Dienenden Schutz resp.
Sicherheit, nahmen ihnen aber Selbständigkeit und schritten
vielfach zu rücksichtsloser Ausbeutung ihrer Uebermacht vor.
In beiden Fällen haben wir die Erscheinung vor uns, dass
der Gesammtreichthum wächst, während in der ökonomischen
und socialen Lage der Glieder des Volks stärkere Differenzen
antstehen, die sich bis zu menschenunwürdigem Elend der dienenden
Classe steigern.
Es ist für unsere Gegenwart bekanntlich unmöglich, etwas
statistisch Genaues und unbedingt Sicheres über die Frage
zu sagen, ob und in welchem Maasse die Ungleichheit in der
Vertheilung des Einkommens und Besitzes zunimmt, d. h. ob
die grossen Vermögen und grossen Einkommen stärker zunehmen
als die kleinen und mittleren. Weit unmöglicher noch
ist es, für vergangene Jahrhunderte diese Thatsachen statistisch
klar zu stellen. Durchaus zweifellos aber ist das allgemeine
Resultat, dass in der Zeit des Niedergangs des selbständigen
Handwerks Handel und Production sich im Allgemeinen
stark ausdehnten, dass mehr grosse Einzelreichthümer
entstanden ‚und dafür die Klagen unter den Hausindustriellen
und Arbeitern sich mehrten. Es ist dabei unentseheidbar, ob
sich die Lage derselhen in Bezug auf die absolute Grösse