Viertes Capitel.
Die Fabrikindustrie.
$ 1. Manufacturen und Fabriken,
Schon vor den grossen mit Wasser und Dampf betriebenen
Fabriken gab es grosse, geschlossene, gewerkliche Etablisse-
ments, die man Manufacturen nannte und die sich der be-
sonderen Gunst des schützenden Staats erfreuten!). Sie ver-
breiteten sich jedoch, ehe es kostspielige von mechanischen
Kräften getriebene Maschinen gab, nicht so stark, dass sie
tonangebend für grosse Industriezweige oder für die ganze
Industrie werden konnten. Sie boten den Vortheil einer ent-
wickelteren Arbeitstheilung und einer beständigen Beaufsich-
tigung der Arbeitskräfte. Aber Arbeitstheilung liess sich auch
erzielen, wenn man ein Rohmaterial successive durch die Hand
verschiedener Kategorien von Hausindustriellen gehen liess,
welches System in der Wollindustrie sehr entwickelt war.
Und was den Vortheil der Beaufsichtigung der Arbeiter be-
trifft, so stand diesem die Vorliebe der Arbeiter gegenüber,
die ungern ihr Haus verliessen, in dem sie mit ihrer Familie
selbständig. arbeiteten. Für den die Industrie beherrschenden
Kaufmann aber bot die Hausindustrie gegenüber der Manu-
factur den grossen Vortheil, dass er mit weniger Capital und
Risico arbeiten konnte und sich um den Arbeiter, mit dem
er meist durch Agenten nur mittelbar verkehrte. nicht persön-
1) In Schottland sogar wurden schon 1661 Seifenmanufacturen be-
fördert. Journals of the of Hanse Commons. Vol. 40. 2. Juni 1784.