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Zweites Buch, Cap. 4.
Stellt man sich auf den Standpunet der menschlichen
Gesammtheit, so liegt es nahe, unter Aufwand die Summe
von Arbeit zu verstehen, die geleistet werden muss, um mit
oder ohne Maschinen ein gewisses Product herstellen zu
können. Dabei erhebt sich aber schon die Schwierigkeit,
dass häufig die Producte der Maschinenarbeit denen der
Handarbeit nur sehr ähnlich, nicht mit ihnen identisch sind.
Grösser ist noch die Schwierigkeit, dass“ die Arbeit an der
Maschine oft lästiger, einförmiger und unmenschlicher ist als
die entsprechende Handarbeit und dass dagegen die Arbeit,
welche die Maschine selbst herstellt und diejenige, welche die
mechanische Triebkraft herbeischafft resp. erhält, qualitativ
höchst eigenthümlich ist, oft besondere Anlagen und gewerb-
liche Ausbildung erheischt. Die beiden Arbeitssummen sind
also aus qualitativ verschiedenen Posten zusammengesetzt und
daher nicht ohne Weiteres sicher in Bezug auf ihre Grösse
vergleichbar. In vielen Fällen ist freilich die Thatsache, dass
die Maschinenarbeit überhaupt bei geringerem Aufwand das
Gleiche leistet, evident. Es giebt aber auch Fälle, in denen
die erwähnte Schwierigkeit der Berechnung auf die Frage, ob
eine gewisse Maschine im allgemeinen Interesse liege, in der
That. nur ein „non liquet“ ergiebt,
Wenn sich z. B. eine Maschine für ihren Besitzer nur
dadurch rentirt, dass derselbe Frauen und Kinder überlange
Zeit hindurch gegen Hungerlöhne beschäftigt; wenn er nur da-
durch mit Handarbeit von Männern concurriren kann: ist dann
wirklich ein geringerer Gesammtaufwand von Kräften bei der
Maschine vorhanden, oder eine grössere Anstrengung, die in
Folge specieller socialer Verhältnisse erzwungen werden kann?
Oder wenn eine Maschine sich einfach nur dadurch rentirt,
dass die Löhne für die leichtere Fabrikarbeit bedeutend
niedriger sind als die für schwierigere aber doch angenehmere
Handarbeit, kann man dann nur deshalb, weil die Fabrik-
arbeit leichter ist, von einem geringeren Gesammtaufwand
reden?
Entscheidend für die Einführung einer Maschine ist aber
nicht das in einzelnen Fällen schwer zu berechnende Interesse