Manufaeturen und Fabriken. 585
Personen gehören, und wenn sie dem Kaufmann gehören, so
sind sie doch weniger werthvoll als Maschinen und ihre Ver-
zinsung ist für den gesammten Geschäftsgewinn nicht von so
entscheidender Bedeutung. Anders beim Fabrikanten in der
Maschinenindustrie, der nicht weniger umlaufende Capitalgüter
braucht als der Kaufmann, zugleich aber die kostbaren
Maschinen hat, die er meist. nur an dem Orte, wo sie einmal
sind und jedenfalls nur in einer ganz bestimmten Produetions-
weise verwerthen kann. Stehen die Maschinen still, so ist der
Verlust für ihn sehr gross und er gewinnt also ein sehr be-
deutendes Interesse an ungestörtem Fortgang der Industrie.
Damit hängt es zusammen, dass Völker mit entwickelter Gross-
industrie so überaus friedliebend sind. Wenn die Fabriken in
Manchester ein Jahr lang still ständen oder wenn sie gar ganz
zerstört würden, so würden viele Fabrikanten brodlos werden
und für einen grossen Theil der Arbeiter würde die Möglich-
keit der Existenz verschwinden, weil nur der Werth der
Maschinenfabrikate die Unterhaltung der gestiegenen Menschen-
zahl möglich macht. Ein solcher Fall würde in der That ein
folgenschweres Nationalunglück sein und man kann es deshalb
hochindustriellen Völkern gar nicht verdenken, dass bei ihnen
nicht die Heimath jenes Heroismus ist, der die Athener be-
wog, ihre Stadt den Persern zu überlassen oder die Russen,
Moskau selbst zu verbrennen,
Aber nicht nur die Völker im Ganzen sind veranlasst,
solchen Besitz ängstlich zu hüten: jeder einzelne Fabrikant
wird an einen bestimmten Produetionszweig und bestimmte
Productionsweise in hohem Grade gebunden und verliert einen
Theil jener allgemeinen freien Herrschaft über die Gesammt-
heit des Waarenmarkts, welche der Besitz von Geld und auch
von umlaufenden Capitalgütern gewährt. Die steigende Macht
über den besitzlosen Arbeiter rächt sich gleichsam dadurch,
dass der Capitalist selbst weniger Herr seines Capitals wird.
Merkwürdig ist dabei, dass die grosse Fabrikindustrie selbst
Kräfte erzeugt, welche diese Abhängigkeit des Besitzers vom
Besitz nicht mildern, sondern ganz besonders empfindlich
machen,