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Zweites Buch, Cap. 4.
über die Hechel- und Krämpelmaschine wurde geklagt, von
denen die erstere die Arbeit von zwölf Männern, die letztere
die von achtzig Weibern verrichtete — und die natürlich nach
Meinung der Petenten die Qualität des Produets verschlechter-
ten. Man verlangte, dass diese Maschinen verboten oder doch auf
eine bestimmte Zahl beschränkt werden sollten, da dadurch
das Tuch nicht billiger werde, sondern nur die reichen
Tucher, welche sie allein kaufen könnten, davon
Gewinn hätten. Petitionen aus Barnstaple sagten von den
Krämpelmaschinen, dieselben seien in der Seiden-, Baumwoll-
und Leinenindustrie unschädlich, weil da auch das Rohmate-
rial vermehrt werden. könne; dies sei aber in der Tuchindu-
strie unmöglich und deshalb bewirkten die Maschinen hier
Erwerbslosigkeit — man sieht, wie wohl begreifßiche Sonder-
interessen erfinderisch waren, sich hinter ein allgemeines In-
teresse zu verstecken, Aus York petitionirte man damals
lireet um ein Verbot, dass die Kaufleute nicht Fabrikanten
werden sollten,
William Toplis, Erfinder einer mit Wasser betriebenen Woll-
krämpelmaschine, wehrte ‚sich mit guten — nebenbei bemerkt
zehr freihändlerischen — Argumenten gegen die Petitionen der
Arbeiter; ein anderer patentirter Erfinder von Krämpelmaschi-
nen aber, Edmund Cartwright, erklärte sich in der That be-
ceit, in ein Gesetz zu willigen, das ihm alljährlich nur den
Verkauf einer bestimmten Anzahl seiner neuen Maschinen ge-
statten würde,
Es ist mir nicht bekannt, dass ein ähnliches Gesetz je-
mals erlassen worden wäre. Der Gedanke an sich ist nicht
unvernünftig. Es könnte dadurch die Plötzlichkeit gewerb-
licher Umwälzungen. verhindert und den Arbeitern Zeit ge-
lassen werden, allmälig andere Beschäftigungen zu suchen.
Indessen ist jede Verzögerung eines die Production hebenden
technischen Fortschritts bedenklich und Unterstützungen brod-
los werdender Arbeiter behufs Auswanderung oder Erlernung
eines neuen Gewerbes dürften jedenfalls weit wirksamer sein.
Solche Verzögerung des Fortschritts können den Eigensinn