Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Frauen- und Kinderarbeit. 617 
lichen Armenpflege war also der Ausgangspunet des allge- 
meinen Missstands und nicht ein hartherziger Rath, den nach 
einer verbreiteten Fabel der grosse Pitt den Fabrikanten ge- 
geben haben soll }). Vielmehr erkannten, als das Unwesen 
begann, diejenigen, die sich überhaupt darum bekümmerten, 
die Schädlichkeit des Systems und erst der späteren Manchester- 
literatur war es vorbehalten, die Fabrikarbeit der Kinder als 
einen Segen für die Nation zu. preisen 2). 
Die haarsträubenden Schilderungen von Misshandlung der 
Kinder in Fabriken und Bergwerken, wie sie uns Z. B. Marx 
und Engels geben, sind in der That nicht übertrieben, sondern 
zuverlässigen Quellen entnommen. Meist dienen als Quelle die 
Parlamentsuntersuchungen aus den vierziger Jahren, welche 
wegen der im Gange befindlichen Fabrikgesetzgebung beson- 
ders eingehend sind. Man kann diese Zeugnisse in der That 
nicht entbehren; auch für die Schilderung der Zeit vor 1832 
sind sie wichtig, weil sie zeigen, wie weit es schliesslich kam. 
Wir haben sie ja schon selbst (Cap. I. $ 2) benutzt. Es giebt 
debarred from all opportunities of education and from moral or religious 
instruction. 
5. From the excellent regulations which subsist in several Cotton 
factories, it appears, that many of these evils may, in a considerable 
degree, be obviated; we are therefore warranted by experience, and. are 
assured we shall have the support of the liberal proprietors of these 
factories, in proposing an application for Parliamentary aid (if other 
methods appear not likely to effect the purpose) to establish a general 
system of laws for the wise, human and equal government of all such 
works.“ 
4) Diese Fabel wird schon bestritten in Alfred, History of the Fac- 
tory Movement, 1857, Vol. 1 c. 1. 
2) Ich habe schon erwähnt, dass Ure (Philosophy etc. S. 311) die 
Kinderarbeit entzückend findet und dass er es für pure Verleumdung, für 
einen Strom von Falschheit und Verleumdung erklärt, wenn man sage, 
die Fabrikanten hätten ein Interesse an Kinderausbeutung (a. a. 0. S. 290). 
Auch‘ Cooke Taylor (Notes of a tour in the manufacturing districts etc. 
S. 232) ist der Meinung : Kinderarbeit abschaffen heisst einfach die Mittel 
zum Unterhalt der Kinder wegnehmen; und sie in enge Grenzen zu be- 
schränken, heisst den unglücklichen Objecten missverstandener Humanität 
ein Mittag- oder Abendessen nehmen,
	        
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