Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

620 
Zweites Buch, Cap. 5. 
war der Ansicht, es wäre noch besser die 10—12 jährigen 
Kinder nur reihenweise den halben Tag zu beschäftigen 
und die Arbeitszeit allmälig auf 10 Stunden herabzusetzen. 
Owen war damals auf seiner Höhe und noch nicht der extreme 
Schwärmer späterer Tage. Er verwahrte sich sogar dagegen, 
ein neues Prineip zu haben, verlangte nur Herabsetzung der 
Arbeitszeit. der Kinder und Schulen für dieselben — und be- 
wies durch seine Erfolge, dass dies ohne Schädigung des 
Fabrikinteresses möglich sei!). Sehr lehrreich sind seine Aus- 
führungen, dass und warum die Statistik nichts gegen die 
Schädlichkeit der Fabrikarbeit für die Gesundheit der Kinder 
beweise 2). 
Sir Robert Peel sprach sich in gleichem Sinne wie Owen 
aus und seine Aussagen sind noch dadurch von besonderem 
Interesse, dass dieselben über die geschichtliche Entwicklung 
der Kinderarbeit in Fabriken Auskunft geben. 
Wie erwähnt, begann der Unfüg mit den Armenkindern 
resp. Kirchspiellehrlingen, deren Benutzung durch das Gesetz 
von 1802 beschränkt wurde. 
Nach Owen gab es vor der ersten Peel’s Bill 1802 in 
Lancashire über 5000 unter 10jährige Fabrikkinder 3). Viele 
solcher Kinder wurden 1802 in Yorkshire entlassen. 
Indessen war trotz Peel’s Bemühungen 1816 die Be- 
autzung von Kirchspielarmenkindern noch keineswegs er- 
ioschen, Die Armenkinder stellten noch immer ein Haupt- 
contingent und es kam vor, dass der Fabrikant auf 20 Kinder 
ein blödsinniges nehmen musste *). Doch nahm dieses System 
ab und man nahm mehr Kinder von freiwilligen Eltern ®), die 
aber nicht besser gestellt wurden. Diese Aenderung rührte 
theils von dem Gesetz von 1802, theils von der Ersetzung der 
Wasserkraft durch Dampfkraft her, wodurch die Fabriken in 
"a a 0. S. 20—27, 30—38, 90. 
2 a. a 0.8. 87, x 
3 a. a. 0. S, 86. 
äa. a. O0. S. 39, 154. 
5 a. a. O0. S. 122. 134, 178, 8312. 841.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.