Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Zweites Buch, Cap. 5.

war der Ansicht, es wäre noch besser die 10—12 jährigen
Kinder nur reihenweise den halben Tag zu beschäftigen
und die Arbeitszeit allmälig auf 10 Stunden herabzusetzen.
Owen war damals auf seiner Höhe und noch nicht der extreme
Schwärmer späterer Tage. Er verwahrte sich sogar dagegen,
ein neues Prineip zu haben, verlangte nur Herabsetzung der
Arbeitszeit. der Kinder und Schulen für dieselben — und bewies
 durch seine Erfolge, dass dies ohne Schädigung des
Fabrikinteresses möglich sei!). Sehr lehrreich sind seine Ausführungen,
 dass und warum die Statistik nichts gegen die
Schädlichkeit der Fabrikarbeit für die Gesundheit der Kinder
beweise 2).
Sir Robert Peel sprach sich in gleichem Sinne wie Owen
aus und seine Aussagen sind noch dadurch von besonderem
Interesse, dass dieselben über die geschichtliche Entwicklung
der Kinderarbeit in Fabriken Auskunft geben.
Wie erwähnt, begann der Unfüg mit den Armenkindern
resp. Kirchspiellehrlingen, deren Benutzung durch das Gesetz
von 1802 beschränkt wurde.
Nach Owen gab es vor der ersten Peel’s Bill 1802 in
Lancashire über 5000 unter 10jährige Fabrikkinder 3). Viele
solcher Kinder wurden 1802 in Yorkshire entlassen.
Indessen war trotz Peel’s Bemühungen 1816 die Beautzung
 von Kirchspielarmenkindern noch keineswegs erioschen,
 Die Armenkinder stellten noch immer ein Hauptcontingent
 und es kam vor, dass der Fabrikant auf 20 Kinder
ein blödsinniges nehmen musste *). Doch nahm dieses System
ab und man nahm mehr Kinder von freiwilligen Eltern ®), die
aber nicht besser gestellt wurden. Diese Aenderung rührte
theils von dem Gesetz von 1802, theils von der Ersetzung der
Wasserkraft durch Dampfkraft her, wodurch die Fabriken in

"a a 0. S. 20—27, 30—38, 90.
2 a. a 0.8. 87, x
3 a. a. 0. S, 86.
äa. a. O0. S. 39, 154.
5 a. a. O0. S. 122. 134, 178, 8312. 841.
            
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