Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

Frauen- und Kinderarbeit. 623 
Vielfach wird ausgesagt, dass 6jährige Kinder in den Fabriken 
häufig sind !), z. B. auch in Seidenfabriken, wo sie aber ge- 
sonderte und kürzer dauernde Arbeit hatten?). Ein Friedens- 
richter constatirte, dass die Kinder in den Fabriken Brech- 
mittel gegen den eingeschluckten Staub einnahmen °). 
Aber nicht nur die grosse Jugend der Kinder war sehr 
beklagenswerth, sondern ihre Arbeitszeit war unmässig lang. 
Unter Arkwright war 18stündige Arbeit mit einer Mittags- 
pause von einer Stunde. Es wurde Nachts gesponnen und 
unter Tags wurden die vorbereitenden Arbeiten vollbracht %). 
Dann wurde Anfangs vielfach‘ mit zwei Reihen von Arbeitern 
Tag und Nacht fortgearbeitet 5) und es kamen 1816 noch solche 
Fälle vor. Mehr als 12stündige Arbeit wird zwar von Fabri- 
kanten für selten erklärt °) — Andere sagen aber, 14—15 stün- 
dige Arbeitszeit sei die Regel’). Die Kinder sind nicht ge- 
bunden, sondern können täglich gehen oder entlassen werden 8), 
l6stündige Arbeitszeit für Kinder und Nachtarbeit derselben 
kam in Leeds 1812 vor ®) und auch an anderen Orten**). Die 
Mittagsessenpause fiel manchmal weg und das Essen musste wäh- 
rend der Arbeit eingenommen werden !!). Auch am Sonntag 
mussten die Kinder vielfach arbeiten*!?).’ In den Baumwoll- 
spinnereien war die Arbeitszeit und das Elend der Kinder am 
grössten 13), das Stehen bei der Arbeit und die schlechte Luft 
in eingeschlossenem Raum besonders schädlich!%. Die Zahl 
ua. a 0. S. 36, 74. 
2) a. a. O0. S. 75, 76. 
3) a. a. O0. S. 121. 
%a. a. 0.8. 8. 
5) a, a. O. S. 114, 115, 189, 
8) a, a O0. S, 19. 
7a a O0. 8, 382, 
8) a a. O0. 8.20. 
Ya a 0. SS. 89. 
10) a, a. O0, 5. 96. 
u) a a. O0. 8. 225, 
12) a, a. O0. S. 295. 
3) a, a, 0. S. 101, 
4) a. a. 0. 8. 106.
	        
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