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Zweites Buch, Cap. 5.
dem Trunke ergeben, weil sie dann öfter bei der Arbeit
fehlen! —
Die Kinder in den Fabriken!) leiden alle an Müdig-
keit und Schläfrigkeit und viele, namentlich die, welche vor
lem neunten Lebensjahr beginnen, an Schmerzen in den
Beinen und Hüften und an geschwollenen Füssen. Gegen Ver-
unglückungen ist nirgends geeignete Vorsorge getroffen. Die
Weiber vertragen die Fabrikarbeit rein physisch noch besser
als die Männer®%), es steht aber mit der Gesundheit der
Fabrikarbeiter überhaupt schlecht in den grossen Städten,
besser in den Fabriken auf dem Lande,
Indessen diese direceten Einwirkungen der gewerblichen
Arbeit als solcher auf die Gesundheit der Arbeiter waren in
der That die weniger wichtigen, liessen sich auch leichter
durch directe Schutzmaassregeln aufheben. Das Hauptübel
war auch später die Verwahrlosung und unvernünftige Lebens-
weise der niederen. Stände, wie namentlich aus dem Gesund-
heitsbericht von 1842°% hervorgeht.
Dieser Bericht bringt eine Sterblichkeitsstatistik, aus der
unter Anderem hervorgeht *), dass die Lebensdauer am aller-
kürzesten ist in Liverpool, obwohl diese Stadt keine Fabrik-
stadt ist. Aber die Wohnungszustände waren da am traurig-
sten. Es lebten 40000 Menschen in Kellern, Ich kann aber
auf diese Statistik kein Gewicht legen, weil das Durchschnitts-
alter der Gestorbenen mit der mittleren Lebensdauer identi-
ficirt, d. h. keine Rücksicht auf die verschiedene Zusammen-
setzung der Lebenden nach Altersclassen genommen wird,
Auch die Tabellen 5), welche nachweisen, dass in guten Stadt-
theilen, höheren Ständen und auf dem Lande die Lebensdauer
länger ist. bringen keinen exacten Beweis, weil die Zahl der
1) 8. First Report of the Central Board on Employment of Children
in Factories 1833, 5. 28 ff.
2) 8. Second Report of the Central Board etc. 1833.
®) Poor Law Commisioners Report on the Sanitary Condition of the
Jabouring Population 1842.
aa 0.5 153 ff.
5 8. 162 ff.