Full text: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

ragendste Mäzen unserer Zeiten geworden sind und 
Italien Beweise Ihrer Zuneigung gegeben haben, an 
die wir dankbare Erinnerung bewahren,” 
In New York vollendete Morgan 1905 den Bau der 
schönen Kunstgalerie in der 36. Straße zwischen 
seinem Wohnhaus und dem seines Schwiegersohnes 
Satterlee, die als „Bibliothek‘” bekannt ist. Das Ge- 
bäude ist in italienischem Renaissancestil in weißem 
Marmor ausgeführt. Von der Straße erreicht man es 
auf einem steinernen Weg durch einen ovalen Rasen- 
platz. Wenn man durch die Bronzetür des Gebäudes 
getreten ist, kommt man in eine gewölbte Halle, 
die mit römischen Steinen gepflastert ist. In der 
Mitte befindet sich ein großes kreisrundes Stück 
Porphyr, rechts und links von dem je ein Paar von 
Cipolino-Säulen aus grünlichem Marmor aus dem 
Chäteau de Bagatelle im Bois de Boulogne steht. 
Durch ein doppeltes Dachfenster in der Mitte, dessen 
Glas so durchsichtig ist, daß man den Himmel durch 
eine leere Öffnung zu sehen glaubt, fällt das Licht auf 
die Wände und auf den Fußboden und wird wieder zu 
den sahnefarbenen Wandverkleidungen reflektiert. Um 
die Laterne des Oberlichts sind Bilder der Musen der 
Kunst, Wissenschaft, Literatur und Philosophie an- 
gebracht, ferner befinden sich da Gruppen von bib- 
lischen und allegorischen Figuren. Der Hintergrund 
der Figuren besteht aus Goldmosaik und der Hinter- 
grund der gesamten Decke ist Gold; er trägt schöne 
Arabesken. Die Bücher stehen in einem orientalisch 
ausgestatteten Raum auf Regalen aus zirkassischem 
Walnußholz, über denen sich Porträtmedaillons auf 
goldenem Hintergrund befinden. Das Ganze ist von 
der Decke her in ein sanftes, warmes Licht gebadet. 
In diesem schönen und prunkvollen Gebäude, dessen 
Architektur und Inneneinrichtung die Geistigkeit 
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